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Kampagne Leiharbeit




Automobilkonferenz 2010
28.01.2008

Von: MJ

„Kein Kostenfaktor mit zwei Ohren“

Auf ihrer Vollversammlung nominierten die rund 800 ehrenamtlichen Vertrauensleute der IG Metall bei Audi ihre Kandidaten für die in diesem Jahr stattfindende Aufsichtsratswahl und beschlossen eine Solidaritätserklärung für die Beschäftigten von Nokia in Bochum.

Sollen in den Audi-Aufsichtsrat:
Peter Mosch, Wolfgang Förster,
Jörg Schlagbauer, Max Wäcker (von links).

Der Versammlungsleiter und Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Johann Horn, zog zu Beginn der Veranstaltung eine positive Bilanz: „Die IG Metall bei Audi gewinnt an Mitgliedern und ist hervorragend aufgestellt. Aufgrund des abgeschlossenen Tarifvertrages für Leiharbeitnehmer zwischen der IG Metall, den Leiharbeitsfirmen Adecco und TUJA sowie der AUDI AG gab es eine große Eintrittswelle der betroffenen Beschäftigten.“ Die Organisationsstärke und der Zusammenhalt der Belegschaft bei Audi machen Mut für die anstehende Tarifrunde Ende 2008. Gleiches gelte für die innerbetriebliche Mitbestimmung bei Audi. „Die IG Metall und ihre Vertreter sind der Motor im Betriebsrat und im Aufsichtsrat für die Sicherung des Standorts Ingolstadts und damit für den Erhalt der Arbeitsplätze“, so Horn.

 

Am 7. Februar 2007 wird die IG Metall ihre betrieblichen Kandidaten zur Aufsichtsratswahl bei Audi nominieren. Dazu wurden in der Vertrauensleutevollversammlung von rund 800 Vertrauensleuten 50 Kolleginnen und Kollegen in die IG Metall Wahlnominierungskonferenz gewählt. Von den sechs betrieblichen Aufsichtsrats-Mandaten stellt der Audi Standort Ingolstadt vier. Die Vollversammlung der IG Metall Vertrauensleute hat den gewählten Kolleginnen und Kollegen für diese Nominierungskonferenz ein klares Signal mitgegeben: Peter Mosch, 35, Industriemeister und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG, Wolfgang Förster, 56, Dipl.-Betriebswirt und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Ingolstadt, Max Wäcker, 54, Werkzeugmacher und Geschäftsführer des Gesamtbetriebsrats und Jörg Schlagbauer, 30, Betriebswirt und Leiter des IG Metall Vertrauenskörpers bei Audi in Ingolstadt, bekamen ein einstimmiges Votum.

 

Keine Spaltung in Audianer erster, zweiter und dritter Klasse

Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG, erklärte in seiner Rede zum Thema „Zukunft Audi“, dass die Ausgestaltung tarifpolitischer Rahmenbedingungen verstärkt in den Betrieben in Angriff genommen werden soll. „Das heißt für uns“, so Peter Mosch, „mehr Verantwortung, mehr Flexibilität aber auch mehr Möglichkeiten bei Audi, um im Interesse der Belegschaft positive Veränderungen zu erreichen.“ Mosch nannte einige Themenfelder, in denen es gelte, rechtzeitig das Terrain abzustecken: Arbeitszeit und Leistungsdruck, alternsgerechte Gestaltung der Arbeit, Stärkung der Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte, Betriebskultur und Kollegialität. Auf die Agenda gehören aber auch, so Mosch, die persönlichen Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten auf die eigene Arbeit und den eigenen Arbeitsplatz für die Beschäftigten bei Audi.

 

Jörg Schlagbauer, IG Metall Vertrauenskörperleiter, bekräftigte die Verbundenheit zwischen den Vertrauensleuten und den IG Metall Mitgliedern bei Audi: „Nur durch den Zusammenhalt, kann dem ständigen Druck auf die Beschäftigten Widerstand entgegen gesetzt werden. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Vertrauensleute wäre das viel schwieriger.“ Schlagbauer wandte sich in seiner Rede auch dem Thema Ergänzungstarifvertrag bei Audi zu: „Das ist ein Thema, das in letzter Zeit zu großen Diskussionen in der Belegschaft führt. Wir fordern den Vorstand auf, alles zu tun, damit es nicht zu einer Spaltung der Beschäftigten in Audianer erster, zweiter oder gar dritter Klasse kommt. Die Betroffenen sind keine Kostenfaktoren mit zwei Ohren. Es sind unsere Kolleginnen und Kollegen, die wir bei Audi brauchen, um unsere Aufgaben bewältigen zu können.“

 

Weiterhin wählten die Vertrauensleute ihre 50 Delegierten zur IG Metall Nominierungskonferenz für die Aufsichtsratswahl – hier werden die Ingolstädter Kandidaten zusammen mit denen aus Neckarsulm und den gewerkschaftlichen Vertretern für die endgültige Wahlliste gereiht.

 

Solidaritätserklärung für die Beschäftigten von Nokia

Die 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IG Metall Vertrauensleutevollversammlung bei Audi Ingolstadt bekundeten ihre Solidarität mit der Belegschaft von Nokia Bochum.

 

Die aktuelle Situation bei Nokia Bochum habe nichts mit der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu tun, denn Nokia Bochum schreibe schwarze Zahlen und mache ordentliche Gewinne, heißt es in der Erklärung (Wortlaut im Anhang).

 

Die Entscheidung der Konzernspitze von Nokia, das Werk in Bochum zu schließen, sei das Resultat einer Konzernstrategie und einer Firmenpolitik, die maximale Profite über jede soziale Verantwortung stelle.

 

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