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20.04.2006
Zuspruch bei Warnstreiks deutliches Signal an Arbeitgeber

(München) Bei der größten Kundgebung mit 15 000 Teilnehmern in Ingolstadt sagte Berthold Huber, zweiter Vorsitzender der IG Metall, zum Angebot der Arbeitgeber nach 46 Verhandlungen: „So billig lassen wir uns nicht abspeisen. Offensichtlich sind im Arbeitgeberlager die Scharfmacher am Drücker.“

Er stellte nochmals die Kompromissbereitschaft der IG Metall in Vordergrund, sagte aber gleichzeitig, dass die Metallindustrie mit einer Produktivitätssteigerung von 5 Prozent rechne. „Allein die Gewinne der größten börsennotierten Unternehmen werden sich in diesem Jahr im Vergleich zu 2003 mehr als verdoppeln. Geld ist genug da, es muss nur richtig verteilt werden!“ Bereits um 4:30 Uhr legten 5 000 Audi-Beschäftigte der Nachschicht in einer Frühschluss-Aktion ihre Arbeit nieder.

Vor 11 000 Streikenden am BMW Werk Dingolfing rief Fritz Schösser, Vorsitzender des DGB Bayern, den Arbeitgebern zu: „Meine Herren bewegen sie sich, sonst stehen die Räder still!“. Durch den Warnstreik stand die Produktion, ebenso wie bei Audi in Ingolstadt. In Dingolfing konnten etwa 130 Fahrzeuge nicht gebaut werden.

Bei der Kundgebung am Schweinfurter Marktplatz sagte der Tarifkoordinator der IG Metall Bayern, Richard Polzmacher vor mehr als 5 000 Warnstreikenden aus neun Schweinfurter Betrieben:„Das Trauerspiel am Verhandlungstisch muss ein Ende haben. 1,2 Prozent nach fünf Verhandlungsrunden ist für die Arbeitnehmer unzumutbar. Trotz vielerlei Erklärungen gab es keinen bayerischen Weg, sondern es wurden nur zusätzliche Opfer von uns erwartet.“

Bei der Kundgebung in Dillingen beteiligten sich 1 000 und in Donauwörth waren 2 500 Beschäftigte der Firmen: Eurocopter, Fendt, Bühler, Schwaben Präzision, Valeo und Agco am Kundgebungsplatz.

Rund 4 000 Beschäftigte der Betriebe (MAN, Siemens, u.a.) waren auf der Kundgebung Nopitzstraße in Nürnberg. Bei der zweiten Kundgebung in Nürnberg auf dem Leipziger Platz demonstrierten weitere 1 200 Beschäftigte für höhere Einkommen und gegen die Blockade der Arbeitgeber.

In Kitzingen legten rund 600 Beschäftigten der Betriebe: Sachs Gießerei, Baumüller, Leoni und Bosch Rexroth ihre Arbeit nieder und marschierten zur Kundgebung vor dem Kitzinger Landratsamt.

Weitere Kundgebungen fanden in Aschaffenburg, Schwabach, Passau, Ostoberfranken (mit zehn Betrieben rund 2 000 Teilnehmern) und bei FTE in Ebern/Bamberg (mit 1 000 Teilnehmern) statt.

In München formierte sich ein Demonstrationszug der 18 „Ostbetrieben“ mit 1 200 Beteiligten. Sie marschierten zur Kundgebung am Weißenburger Platz.

Für den Nachmittag sind in Fürth, Rothenburg, Kempten, Passau, Weilheim, Bamberg und Aschaffenburg weitere 3 000 zu Warnstreiks und Kundgebungen aufgerufen.

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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