Jürgen Scholz ist neuer erster Bevollmächtigter der IG Metall in Regensburg, er tritt die Nachfolge von Günter Heinz an, der aus Altersgründen im Mai aus dem aktiven Dienst der IG Metall ausscheiden wird.
Im Rahmen der ersten Delegiertenversammlung für die Wahlperiode 2008 bis 2011 wurde Scholz (47) am Freitagabend mit 97,8 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt. Als zweiten Bevollmächtigten wählten die Delegierten Gerhard Pirner mit 90,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sichtlich erfreut bedankten sich die Gewählten für das Vertrauen der Delegierten und nahmen die Wahl an.
Mit insgesamt 22.500 Mitgliedern ist die IG Metall die größte Einzelgewerkschaft im Raum Regensburg. Allein in den vergangenen 3 Jahren erhöhte sich die Zahl der Mitglieder um mehr als 700. Überproportional stieg die Mitgliederzahl bei den Angestellten in den Betrieben.
Diese Entwicklungen sieht Scholz im Zusammenhang mit einem Wandel der gesellschaftlichen Stimmung. Das Thema „soziale Gerechtigkeit“ gewinne immer mehr an Bedeutung. „Die hervorragende Mitgliederentwicklung bestätigt die Akzeptanz der IG Metall als verlässlichen Anwalt für die Interessen der Beschäftigten“, so Scholz weiter.
Gesellschaftliche Debatte über Moral und Ethik gefordert
Selbstbewusst stellt der neue Chef der Regensburger Metallerinnen und Metaller fest: „Wir sind mit unserer Politik in den letzten vier Jahren erfolgreich gewesen. Wir haben die Stärke der IG Metall in den Tarifrunden unter Beweis gestellt. In den Betrieben sind wir stark verankert und werden das noch ausbauen“. Außerdem habe die IG Metall Widerstand gegen sozialpolitische Fehlentwicklungen wie Rente mit 67 oder Hartz IV organisieren können..“
Als größte Herausforderung sieht der 1.Bevollmächtigte die Sicherung der Arbeitsplätze in den Regensburger Betrieben, die oftmals von Unternehmen nicht aus Not, sondern aus reiner Profitmaximierung heraus auf Spiel gesetzt werden.
„Wo steht denn geschrieben, dass man unbedingt eine zweistellige Gewinnrate erreichen müsse? Reichen denn nicht auch fünf oder sechs Prozent?“, fragt Scholz und schiebt die Antwort gleich nach: „Diese Regeln machen sich die am Gewinn beteiligten Manager meist selber, ohne Rücksicht auf die Arbeitnehmer und ihre Familien.“
Scholz fordert daher eine gesellschaftliche Debatte über soziale Verantwortung, Ethik und Moral der Unternehmen am nach wie vor attraktiven Industriestandort Deutschland.
Dazu gehöre auch das Thema „Missbrauch von Leiharbeit und die Bezahlung der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche“. Die IG Metall startet daher eine breite Kampagne, die diese Missstände aufzeigen wird und an deren Ende die Neuregelung der tariflichen Einkommen der Zeitarbeitnehmer stehen soll.
Aber auch hier gilt laut Scholz: „Stark und erfolgreich war und ist die IG Metall immer dort, wo wir Mitgliederstärke haben. Der beste Bevollmächtigte ist immer nur so gut, wie er Mitglieder hinter sich hat! Und da kann sich die IG Metall in Regensburg durchaus sehen lassen.“
Zur Person
Jürgen Scholz wurde am 25. Februar 1961 in Regensburg geboren. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Der gelernte Kfz-Mechaniker ist seit 1978 Gewerkschaftsmitglied. Er war fünf Jahre lang Mitglied des Betriebsrates bei BMW in Regensburg und ist seit September 1992 als Fachsekretär bei der IG Metall beschäftigt.



