(München) Entschlossenheit und Elan der Belegschaften prägte die Warnstreiks am Vormittag in Bayern. Vor dem Tor 3 im Dingolfinger BMW-Werk demonstrierten knapp 11 000 Beschäftigte von der Früh- und Normalschicht für fünf Prozent mehr Einkommen, 1.500 Arbeiter und Angestellte legten im BMW-Werk Landshut am Vormittag die Arbeit nieder.
Bei Eurocopter in Donauwörth streikten fast 2 000. In München demonstrierten auf dem Krauss-Maffeigelände die 1 500 Beschäftigten der vier Betriebe sowie rund 800 beim Turbinenhersteller MTU und beim EADS-Komponentenwerk in Augsburg 700 von der Belegschaft. Im Passauer ZF Werk nahmen 500 an der Kundgebung teil. Bei weiteren sechs Warnstreiks am Vormittag streikten bis zum Mittag 1 850.„Dies sind knapp 20 000 protestierende und streikende Arbeiter, Angestellte und Auszubildende am Vormittag. Das muss jedem Arbeitgeber zu denken geben. Die Stimmung zeigt, die Beschäftigten haben das Verzögern Arbeitgeber satt. Sie brauchen höhere Einkommen. Dafür legen sie die Arbeit nieder“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.
Vor den fast 11 000 demonstrierenden Dingolfinger BMW-Mitarbeitern forderte Betriebsratsvorsitzender Stefan Schmid: „ BMW ist ein Premiumhersteller. Wir leisten hervorragende Arbeit und wollen auch eine Premiumvergütung dafür“. Der IG Metall-Vertrauenskörperleiter Thomas Zitzelsberger sagte: „Am liebsten wäre es den Arbeitgebern, wenn die Beschäftigten vor lauter Freude und Dankbarkeit über ihren Arbeitsplatz sogar noch Geld für Strom, Heizung und Klopapier mitbringen würden. So nach dem Motto: Herr Ober, bitte zahlen, aber bringen Sie das Geld dafür.“
Peter Schönfelder, Betriebsratsvorsitzender bei EADS in Augsburg sagte: „Wir fordern ein substanzielles Angebot. Wenn die Arbeitgeber keins vorlegen, werden wir die Daumenschrauben weiter anziehen“.
Beim Donauwörther Hubschrauberhersteller Eurocopter formierte sich nach der Kundgebung spontan ein Demonstrationszug zum Vorstandsgebäude und verlangte von der Geschäftsführung, dass sie die Pläne, die Logistik zu outsourcen, aufzugeben sollen.
Mit den weiteren 15 geplanten Warnstreiks am Nachmittag rechnet die IG Metall Bayern mit bis zu 26 000 Streikenden. „Dann beteiligten sich 80 Prozent der aufgerufenen Arbeiter und Angestellte an den Werkstreikaktivitäten. So eine hohe Beteiligung tut den Arbeitgebern sehr weh“, stellte Neugebauer fest.Schwerpunkte der Nachmittags-Aktionen sind in den Regionen Rosenheim, Passau und Weilheim.


