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18.10.2007
IG Metall fordert neues Altersteilzeitmodell

Die IG Metall hat die Bundesregierung aufgefordert, die gesetzlichen Voraussetzungen für ein neues Alterteilzeitmodell zu schaffen. „Statt der starren Rente mit 67 brauchen wir eine solidarische Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt“ sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, am Donnerstag in Frankfurt.

Jürgen Peters,
Erste Vorsitzende der IG Metall

„Die Politik muss jetzt handeln und die gesetzlichen Voraussetzungen für flexible Modelle zum Ausstieg aus dem Arbeitsleben vor 67 auf den Weg bringen. Andernfalls droht ein dramatischer Anstieg sowohl der Arbeitslosigkeit von älteren Arbeitnehmern als auch bei Jugendlichen“, so Peters weiter. Die Altersteilzeit habe sich in der Vergangenheit nicht nur als wirksam bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, sondern auch als Instrument zur Bewältigung des demografischen Wandels in den Betrieben bewährt. So helfe Altersteilzeit, eine ausgewogene Altersstruktur in den Betrieben herzustellen und trage dazu bei, dass ältere, belastete Arbeitnehmer gesund den Ruhestand erreichen können, ergänzte Peters.

 

Zur Weiterentwicklung der 2009 auslaufenden geförderten Altersteilzeit schlägt die IG Metall vor, die Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit über das bisher vorgesehene Ende im Jahre 2009 hinaus zu erhalten und die Förderung auf die Wiederbesetzung durch „Unter 25-Jährige“ und „Über-50jährige“ sowie die Einstellung von Auszubildenden zu konzentrieren. Daneben müsse die Altersteilzeit weiter durch die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Freistellung von Aufstockungszahlungen gefördert werden. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Positionspapier der Gewerkschaft hervor.

 

Zudem müsse im Rahmen eines Altersteilzeitmodells der Bezug einer Teilrente ermöglicht werden. Der frühestmögliche Renteneintritt bei der Teilrente sollte dabei bei 60 Jahren liegen oder eine eigene Rentenart „Teilrente“ geschaffen werden. Außerdem müssten die Hinzuverdienstgrenzen bei der Teilrente deutlich verbessert werden. Die Verbesserung der Teilrente sei jedoch keine Alternative zur Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit. „Die IG Metall ist offen für Überlegungen, bei der Finanzierung und Ausgestaltung der Altersteilzeit neue Wege zu gehen. Diese neuen Finanzierungswege, z.B. die Einbeziehung einer sozial akzeptabel ausgestalteten Teilrente ab 60, dürfen jedoch im Vergleich zur bisherigen Regelung keine negativen Verteilungswirkungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben“, heißt es in dem Papier. Schließlich solle der Rentenzugang für langjährig Versicherte, spätestens mit Erreichung des 62. Lebensjahres, gesetzlich wiederhergestellt werden.

 

Die IG Metall und Gesamtmetall hatten in der zurückliegenden Tarifrunde 2007 eine Verhandlungsverpflichtung zur Weiterentwicklung der Tarifregelung zum flexiblen Übergang in die Rente abgeschlossen, diese aber an gesetzliche Voraussetzungen geknüpft. Eine Entscheidung über die tarifliche Ergänzung von Modellen zum flexiblen Ausstieg aus dem Erwerbsleben wollen die Tarifvertragsparteien bis Juni 2008 treffen.

 

Nach ihrem Gewerkschaftstag Anfang November will die IG Metall eine Informationskampagne starten, um ihrer Forderung nach einem neuen Altersteilzeitmodell Nachdruck zu verleihen.

 

Der Text des IG Metall Positionspapiers kann auf der Homepage der IG Metall unter: http://www.igmetall.de/cps/rde/xbcr/internet/docs_ig_metall_xcms_28164__2.pdf heruntergeladen werden.

 

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