Im Rahmen der Kampagne "Gemeinsam für ein Gutes Leben" forderte Detlef Wetzel bei einer Veranstaltung der IG Metall Verwaltungsstelle Nürnberg, dass nicht nur Banken Unterstützung erhalten sollen: "Uns geht es darum, einen Schutzschirm für Beschäftigung aufzuspannen. Wenn dieser Konsens bricht, werden wir eine überbetriebliche Vernetzung und Proteste organisieren."
Wenn Unternehmen mit staatlichen Beteiligungen gerettet werden können, dann muss das geschehen“, sagte Wetzel in Nürnberg. Am Gewerkschaftshaus enthüllte er ein überdimensionales Transparent mit der Aufschrift „Schutzschirm für Beschäftigung“.
Die Arbeitnehmer müssten in der Krise nichts verschenken sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, in einem Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten: „Wenn die Unternehmen Zugeständnisse fordern, dann wollen die Arbeitnehmer Gegenleistungen wie etwa Beteiligung am Unternehmen. Dafür entwickeln wir bei der IG Metall Modelle.“ Die Unternehmen müssten sich mental und kulturell verändern, sagte Wetzel: „Wenn sie meinen, dass sie genauso agieren können wie vor der Krise, dann geht das schief. Fast jedes Unternehmen kann Kurzarbeit machen oder kann andere Mittel zur Überbrückung ergreifen.“
Brossardt polemisiert
Ausgesprochen ruppig hat der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie, Bertram Brossardt, auf die Vorstellungen der IG Metall reagiert. Die IG Metall gehe mit einem rückwärtsgewandten Konzept hausieren und „Vorstellungen von gestern führen uns nicht aus der Krise“, sagte Brossardt laut Mitteilung des VBM. Auch sei es gefährlich, die aktuelle Krise zu missbrauchen, um die Soziale Marktwirtschaft in Misskredit zu bringen.
Die Soziale Marktwirtschaft wurde sicherlich nicht durch die IG Metall in Misskredit gebracht, sondern vielmehr durch die Art und Weise, wie Banker und Finanzjongleure die Weltwirtschaft in die heftigste Krise seit dem 2. Weltkrieg gestürzt haben. Brossardt will offenbar davon ablenken, dass die Metallarbeitgeber mit ihrer Manipulationsfabrik, die sich den völlig irreführenden Namen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ gegeben hat, hierfür den ideologischen Boden bereitet haben. Fast 100 Millionen Euro haben die Metallarbeitgeber in diese „Initiative“ gesteckt, die als Propagandist des Neoliberalismus die Krise mit ermöglicht hat.
Natürlich ist Brossardt zuzustimmen, wenn der feststellt, dass die Vorstellungen von gestern nicht aus der Krise führen. Die Vorstellung von gestern (eigentlich sogar von vorgestern), ist Lohnverzicht ohne Gegenleistung wie sie Brossardt und Kannegiesser propagieren. Sie wollen den Arbeitnehmern das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen. Die Forderungen der IG Metall, wonach es Zugeständnisse nur gegen Gegenleistung, wie Beschäftigungssicherung oder Beteiligung am Unternehmen geben kann, ist da auf alle Fälle moderner und innovativer.
Fundsache
„Wir entschlacken die Vorschriften zum Kreditwesengesetz und führen die bestehende Überregulierung bei der Bankenaufsicht auf das notwendige Maß zurück. Wir schaffen international attraktive Bedingungen für Wagniskapital, um die Gründung von innovativen Unternehmen zu fördern. Wer wagt, der gewinnt.“ (Aus dem Regierungsprogramm von CDU/CSU 2005)



