aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
26.05.2008
Airbus geht der Stellenabbau in Deutschland zu langsam

Die Stellenstreichungen in Deutschland liefen langsamer als in Frankreich, Spanien und Großbritannien, weil die Prozedur für die Sozialpläne länger dauert, sagte EADS-Chef Louis Gallois in einem Zeitungsinterview. Diese Lage müsse korrigiert werden, forderte Gallois. Die vier Staaten müssten bei der Beschäftigung gleich behandelt werden.

"Wir sind kein Sanierungsfall" Schild bei
der Protestaktion der Beschäftigen gegen
den Arbeitsplatzabbau (Nov. 2007)

Gallois kündigte der Zeitung ‚‚La Dépêche du Midi’’ (Freitagsausgabe) gegenüber auch an, dass im Sommer Sanierungsprogramm ‚‚Power8’’ verschärft werde. Die Maßnahmen würden hauptsächlich 2011 und 2012 Wirkung zeigen, sagte Gallois. Sie seien angesichts prall gefüllter Auftragsbücher ‚‚kein Drama’’ für die Beschäftigung bei Airbus und seinen Zulieferern.

 

Zusätzliche Sparpläne bei Airbus noch vor der Sommerpause

Die EADS-Tochter Airbus wird noch vor der Sommerpause im August zusätzliche Sparmaßnahmen des Sanierungsprogramms „Power 8“ bekanntgeben. „Dank unseres hohen Auftragsbestands wird es bei "Power 8 plus" nicht so sehr um den Abbau von Stellen gehen. Die Luftfahrtindustrie hat zurzeit volle Bücher, allein Airbus hat Bestellungen über 3500 Flugzeuge. Aber wir müssen uns über 2010 hinaus gegen die Wechselkurse absichern. Der schwache Dollar schwebt wie ein Damoklesschwert über uns“, sagte EADS-Chef Louis Gallois der „Welt am Sonntag

 

Im Rahmen dieses Sanierungsprogramms sprach Airbus bisher immer von 10 000 Stellen, die bis 2010 insgesamt gestrichen werden sollen, davon wurden bisher etwa 30 Prozent abgebaut. Die Formulierung von Gallois lässt befürchten, dass es bei diesen 10 000 Stellen nicht bleiben wird.

 

Nach Angaben des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Rüdiger Lütjen wird mit dem Management Ende Juni über weitere Abbauschritte gesprochen. Lütjen sagte dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstagsausgabe), einschließlich der Leiharbeitnehmer beschäftige Airbus in Deutschland derzeit noch mehr Menschen als 2007. Es seien nur 400 Arbeitsplätze über die natürliche Fluktuation abgebaut worden. „Die Erwartungshaltung von Unternehmensseite war wesentlich anspruchsvoller als die aktuelle Realität. Die Vorgabe, bis 2010 europaweit 10 000 Stellen im Verwaltungsbereich zu streichen, war ein rein rechnerischer Ansatz. Jetzt haben die Fachabteilungen das Problem, sich zu überlegen, welche Stellen wegfallen können und wie man das wegen des hohen Auftragsbestands weiter zunehmende Arbeitsvolumen mit weniger Mitarbeitern bewältigen soll, sagte Lütjen in dem Zeitungsinterview.

 

Allerdings befürchtet Lütjen, dass nun massive Verlagerungen von Arbeitspaketen in den Dollar-Raum vorgesehen sind. „Im Rahmen der Vision 2020 des Airbus-Managements ist es ja das erklärte Ziel, im Dollar-Raum eine Beschäftigung aufzubauen, die 20 Prozent der Arbeitsplätze in Europa entspricht. Dabei ist aber noch völlig unklar, ob nur zusätzliche, aus dem Wachstum resultierende Stellen dort geschaffen werden oder ob bestehende Arbeitsplätze aus Europa dorthin verlagert werden sollen.“

 

EADS fordert größere staatliche Hilfen

„Unterstützung durch die Regierungen ist definitiv ein Thema“ sagte Louis Gallois der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe), Hauptkonkurrent Boeing habe nach EU-Angaben im Jahr 2006 von der US-Regierung Subventionen für Forschung und Technologie in Höhe von 800 Millionen Dollar erhalten. "Wir dagegen mussten uns mit 60 Millionen Euro von den europäischen Regierungen begnügen", sagte Gallois. "Das kann so nicht bleiben. Die europäische Luftfahrtindustrie muss in ähnlichem Maße wie die amerikanische unterstützt werden." Es gehe "schlicht darum, wieder faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen".

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.