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12.03.2007
Siemens VDO Automotive: In der Siemens AG die beste Perspektive

(Pressedienst, 17/2007) Angesichts zunehmender öffentlicher Spekulationen um die Zukunft von Siemens VDO Automotive kritisiert die Regensburger IG Metall die Pläne der Siemens AG für Stellenabbau und Ausgliederung in der Sparte.

In Regensburg, dem größten Standort von Siemens VDO, sehen rund 6.000 Beschäftigte wegen dieser Pläne derzeit einer ungewissen Zukunft entgegen - stichhaltige wirtschaftliche Gründe dafür gibt es jedoch nicht. Siemens beschränkt sich in der Begründung statt dessen auf wenig aussagekräftige Allgemeinplätze.

 

Günter Heinz, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, äußerte daher am Montag Unverständnis für die Pläne: „Dass die Sparte 2006 und im ersten Quartal 2007 laut Geschäftsbericht die vorgegebenen Margenziele erreichte und hohe Ergebnisbeiträge lieferte, ist vor allem ein Verdienst der Beschäftigten. Warum man ihren Bereich nun ausgliedern will, nachdem er erst 2006 in die Siemens AG integriert wurde, ist daher ebenso wenig nachvollziehbar wie der geplante Abbau von 1.000 Stellen. Mit solchem Hakenschlagen und den Spekulationen über den Börsengang, die Übernahme durch einen industriellen Interessenten oder gar den Verkauf an einen Finanzinvestor schafft man nichts als Verunsicherung. So etwas beschädigt die Motivation und gefährdet dadurch den Geschäftserfolg, schadet also letztlich dem gesamten Unternehmen.“

 

Die selbe Kritik an den Plänen der Siemens AG kommt auch von Hans Fischl, Betriebsratsvorsitzender in Regensburg und bis zur Eingliederung in die Siemens AG Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Siemens VDO: „Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben sind durch die wechselnden Meldungen und Spekulationen stark verunsichert. Warum man sie erst in die Siemens AG holt und kurz darauf trotz ihrer hervorragenden Leistungen und Ergebnisse wieder hinausschieben will, ist schwer nachzuvollziehen. Sollte Siemens trotzdem an einem Börsengang oder schlimmstenfalls sogar dem Verkauf festhalten, stehen aus unserer Sicht Standorterhalt, Arbeitsplatzabsicherung und Fortbestand der Tarifbindung absolut im Vordergrund.“

 

Nach Einschätzung der IG Metall muss der Ungewissheit im Interesse aller Beteiligten schnellsten ein Ende gesetzt werden. Die aktuell als wichtigster Interessent gehandelte Continental AG ist für ihre konfliktträchtige Haltung gegenüber Belegschaft und Beschäftigtenvertretern bekannt. Es steht daher zu befürchten, dass eine Übernahme durch sie neben unvermeidlichen Synergieeffekten zusätzliche Nachteile für die Beschäftigten mit sich bringen würde. Noch schlimmer wäre allerdings die Übernahme durch einen Finanzinvestor, so Heinz: „Wenn man die erfolgreiche Sparte einem derartigen Profitjäger überlässt, riskiert man fahrlässig die Zukunft eines profitablen und traditionsreichen Unternehmens, um kurzfristig abzukassieren.“

 

Siemens VDO Automotive hat 2006 über 10 Milliarden Euro umgesetzt und sein Bereichsergebnis mit 669 Millionen Euro um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Auf bedeutenden Feldern wie etwa der Airbag-Elektronik ist man zudem Marktführer; trotz des Preisdrucks in der Automobilzulieferindustrie verfügt die Sparte also bei entsprechendem Management über großes Potenzial, das man nicht aus der Hand geben sollte.

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