Am 2. Mai 1933 besetzten die Nationalsozialisten die Gewerkschaftshäuser und das NS-Regime zerschlug die freien Gewerkschaften. Die gewerkschaftliche Immobiliengesellschaft GIRO hat zu diesem Anlass einen Schülerwettbewerb mit Preisen im Gesamtwert von 25.000 Euro für die achten bis elften Klassen aller Schularten ausgeschrieben.

Zerstörung des Gewerkschaftshauses
in Leipziger durch die Nationalsozialisten
am 2.5.1933; Verbrennung von Unterlagen
© Archiv der sozialen Demokratie
Unter dem Titel „2. Mai 1933. Hitlers Helfer überfallen die Gewerkschaftshäuser. Ereignisse-Schicksale-Verantwortungen“ sollen am Beispiel eines Gewerkschaftshauses in der eigenen Stadt oder Region sollen die Geschehnisse des 2. Mai 1933 recherchiert und dargestellt werden. Die Einzelheiten des Wettbewerbs sind unter „http://www.zweiter-mai-1933.de/“ im Internet zu finden.
Am Beispiel eines Gewerkschaftshauses in der eigenen Stadt oder Region sollen die Geschehnisse des 2. Mai 1933 recherchiert und dargestellt werden.
Die Geschichte ist eine gute Lehrerin, der es an Schülern mangelt
Eingereicht werden können Einzel-, Gruppen- oder Klassenarbeiten. Ab sofort bis zum 15. Oktober 2008 ist die Anmeldung zu dem Wettbewerb möglich. Die Wettbewerbsbeiträge müssen bis zum 12. Januar 2009 abgegeben werden. Die Preisverleihung wird am 2. Mai 2009 in Berlin stattfinden. Ausgewählte Beiträge werden in einer umfangreichen Publikation gedruckt und im Internet veröffentlicht werden. Der Schülerwettbewerb findet in Zusammenarbeit mit den Landesbezirken des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Schirmherrin ist Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, früher Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Die geschichtliche Erinnerung wach zu halten und das kritische Bewusstsein gegen Neonazis zu stärken, ist nach den Worten des GIRO-Geschäftsführers Nikolaus Hüwe das Ziel des Schülerwettbewerbs. Jugendliche im Alter von 14 bis etwa 17 Jahren sollten motiviert werden, sich mit der lokalen Geschichte der Arbeiterbewegung einerseits und des Nationalsozialismus andererseits auseinanderzusetzen. Die Geschichte vieler Gewerkschaftshäuser in Deutschland sei gut aufgearbeitet, die Schülerinnen und Schüler könnten bei ihren Recherchen auf umfangreiches Quellenmaterial zurückgreifen. Das Thema des Wettbewerbs lasse sich auch in den regulären Unterricht integrieren.
Nachdem die Nationalsozialisten im Anschluss an Hitlers Ernennung zum Reichskanzler das Parlament in Berlin aufgelöst, die Länderregierungen gleichgeschaltet und die bürgerlichen Grundrechte außer Kraft gesetzt hatten, wurden die demokratischen Gewerkschaften Opfer des Naziterrors. Es gehört zur Tragik der deutschen Gewerkschaftsgeschichte, dass nicht wenige Gewerkschaftsfunktionäre anfangs glaubten, sie müssten sich der Hitler-Partei im Interesse der Arbeiterschaft anpassen. Am Vormittag des 2. Mai 1933 kam für alle das böse Erwachen, die landesweite Zertrümmerung der gewerkschaftlichen Organisationen. Gewerkschafter wurden verhaftet, gefoltert, in Konzentrationslager verschleppt, ermordet.


