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10.01.2007
Über 60.000 für Mindestvergütung von Praktika

Am neunten Januar endete die Zeichnungsfrist einer im Oktober 2006 durch die Abteilung Jugend im DGB Bundesvorstand eingereichten Petition beim Bundestag. Über 60.000 Menschen unterstützten das Ziel, Weiterbildungen und Praktika gesetzlich von Arbeitsverhältnissen abzugrenzen.

Die von DGB-Jugend und fairwork eingereichte Online-Petition für eine Mindestvergütung von Praktika unterschrieben. Die Petition fordert, die rechtliche Situation von Praktikanten zu verbessern und Praktika bezeihungsweise Weiterbildungsmaßnahmen eindeutig von regulären Arbeitsverhältnissen abzugrenzen. Dazu soll eine Mindestvergütung von 300 Euro sowie eine zeitliche Begrenzung auf drei Monate festgelegt werden.

Hintergrund der Petition und der breiten Unterstützung - 60.064 Menschen unterzeichneten - ist die mittlerweile heftig diskutierte Problematik des Missbrauchs der "Generation Praktikum" als billigem Ersatz für reguläre Arbeitskräfte. Junge Absolventen und fortgeschrittene Studenten werden mit der Hoffnung auf Festanstellungen geködert und erledigen im Einzelfall über mehrere Praktika hinweg mit geringer, zuweilen sogar keiner Vergütung hochqualifizierte Aufgaben.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock kommentierte den Erfolg der Petition: "Wir freuen uns, dass so viele Menschen erkennen, dass es so nicht weiter geht. Praktika dürfen keine billige Alternative für reguläre Jobs sein. Junge Menschen dürfen nicht in Schein-Praktika als flexible Arbeitsreserve verschlissen werden. Sie brauchen einen fairen Berufseinstieg. Das bedeutet: gesicherte Qualität beim Lernen und eine entsprechende Entlohnung für die geleistete Arbeit."

 

"Generation Praktikum" Wort des Jahres 2006

Wie akut das Problem ist, zeigt die Wahl des Begriffs "Generation Praktikum" auf den zweiten der insgesamt zehn Wörter des Jahres 2006. In der  Begründung  der  Gesellschaft für deutsche Sprache  heißt es, der Begriff beschreibe ein "anderes, für viele weniger positives Lebensgefühl der jüngeren Generation, die vermehrt unbezahlten oder minderbezahlten Tätigkeiten in ungesicherten beruflichen Verhältnissen nachgehen muss."

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