Gute Nachrichten schauen anders aus, als das, was Conti-Chef Manfred Wennemer heute in Regensburg verkündet hat: Personalabbau und Schließungen von VDO-Standorten auch in Deutschland werden nicht ausgeschlossen und das Geschäft mit Elektromotoren steht zum Verkauf.
Natürlich werden wir uns auch die Standorte anschauen und sehen, ob wir da zu viele haben“, sagte Wennemer. „Das kann auch Deutschland betreffen. Es gibt da keine Heiligen Kühe.“
Conti werde in den nächsten zwei bis drei Monaten über Einschnitte entscheiden, einige Überschneidungen zwischen dem Stammkonzern und den neuen Feldern würden in den nächsten Monaten "bereinigt".
Zum Geschäft mit Elektromotoren sagte der Conti-Chef: "Wir verhandeln mit Interessenten". Sollte Conti den Bereich abgeben, wäre wohl vor allem der zweitgrößten VDO-Standort Würzburg betroffen.
Für Siemens VDO in Würzburg, mit derzeit ca. 1 700 Beschäftigten, wurde erst vor zweieinhalb Jahren nach langen und harten Auseinandersetzungen eine Standortsicherungs- und Beschäftigungssicherungsvereinbarung bis zum Jahr 2010 abgeschlossen. Diese Standortsicherung hängt aber wesentlich davon ab, ob entsprechende neue Produkte ins Werk Würzburg kommen. Die Frage eines möglichen Verkaufs des Werkes in Würzburg ist für die IG Metall keine Glaubensfrage, wenn die entsprechenden Vereinbarungen zur Standtort- und Beschäftigungssicherung eingehalten werden, könnte in einem solchen Verkauf auch eine Chance liegen.
Auch die Beschäftigten an andere VDO-Standorten müssen sich offenbar auf harte Zeiten einstellen, Wennemer betonte nochmals das Renditeziel von mindestens zehn Prozent für jeden einzelnen Standort: Wenn einzelne Werke diese Vorgabe nicht erzielten, würden sie verkauft oder geschlossen.
Die IG Metall hatte mehrfach kritisiert, dass es beim Verkauf von Siemens-VDO an Conti keine verbindlichen Absicherung von Beschäftigten und Standorten vereinbart wurde.
Der VDO-Standort Regensburg stehe „vorerst“ nicht zur Disposition, allerdings werde der Standort seine Funktion als Firmenzentrale verlieren.



