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14.12.2007
Wegen AUB-Affäre: Siemens korrigiert Personalentscheidung

Wegen neuen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat Siemens überraschend die Berufung eines Top-Managers an die Unternehmensspitze zurückgezogen. Hannes Apitzsch wird nun doch nicht Finanzchef des neuen Sektors Industrie.

Wie das Unternehmen in einer Pressemeldung bekannt gab, hat Siemens in dieser Woche Einsicht in Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Nürnberg im Fall AUB erhalten. Dies erfordere eine Neubewertung der Compliance-Überprüfung von Hannes Apitzsch durch Debevoise & Plimpton sowie die Anwälte des Unternehmens. Deshalb wurde seine Ernennung als CFO für den Sektor Industrie vorsorglich zurückgezogen. Siemens will eine neue Besetzung der Position wird umgehend bekannt geben. Der Industrie-Sektor ist mit fast 40 Milliarden Euro Umsatz künftig die größte der drei neugebildeten Sparten bei Siemens.

„Siemens hat den Anspruch, für Spitzenleistung auf höchstem ethischen Niveau zu stehen. Dies ist auch fundamentales Prinzip bei Ernennungen von Führungskräften. Wir lassen keinerlei Unsicherheiten zu. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Ernennung von Hannes Apitzsch als CFO des Sectors Industry vorsorglich zurückzuziehen“, so Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.

Zum Zeitpunkt der Ernennung von Herrn Apitzsch seien dem Vorstand keine Erkenntnisse vorgelegen, die dieser widersprochen hätte. Im Laufe dieser Woche hätte ein beauftragter Anwalt des Unternehmens jedoch Einsicht in Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Nürnberg im Fall AUB erhalten. Dies erfordere eine Neubewertung der Compliance-Überprüfung von Herrn Apitzsch.

Anfang Dezember hatte Siemens die Ernennung der Sector CFOs bekannt gegeben. Dem war eine Compliance Überprüfung aller Kandidaten vorangegangen. Daran waren unter anderem die unabhängige Kanzlei Debevoise & Plimpton sowie die Anwälte des Unternehmens beteiligt.

Dieter Scheitor, Mitglied des Siemens-Aufsichtsrates und IG Metall-Betreuer von Siemens nannte es „anständig, dass Siemens-Chef Löscher so schnell reagiert" habe. Löscher hatte sich Ende November ausdrücklich bei den Betriebsräten, der Belegschaft und bei der IG Metall für die AUB-Affäre entschuldigt. Scheitor: „Die schnelle Reaktion von Löscher zeigt, dass er diese Entschuldigung auch wirklich ernst meint.“

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