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06.02.2007
Plus ist Muss

Das verkündet die IG Metall seit einigen Wochen im Vorfeld der Tarifrunde. Nach regionalen Diskussionen um die Höhe dieses Plus' hat der IG Metall-Vorstand heute seine Forderungsempfehlung ausgesprochen: 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt und damit 1,5 Prozent mehr als 2006 sind das Ziel.

 

Damit zeichnet sich erwartungsgemäß für 2007 eine Forderung nach deutlich über denen der letzten Jahre liegenden Einkommenserhöhungen ab. Die Laufzeit der Tarifverträge für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten soll zwölf Monate betragen.

 

"2007 sind die Arbeitnehmer dran."

 

"Die Metall- und Elektroindustrie kann eine Erhöhung in der Größenordnung von 6,5 Prozent locker verkraften und finanzieren", erklärte der erste IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters nach den Vorstandsberatungen am Dienstag in Frankfurt: "2007 sind die Arbeitnehmer dran." Arbeitgeberforderungen nach einer Einmalzahlung als "Konjunkturbonus" erteilte Peters eine klare Absage, da es schließlich auch weder "eine ‚Einmal-Produktivität’ noch eine ‚Einmal-Inflation’" gebe. Einen Paradigmenwechsel in Richtung Einmalzahlung statt prozentualer Erhöhung werde es nicht geben.

 

Der Zweite Vorsitzende Berthold Huber unterstrich ebenfalls die Bedeutung der wirtschaftlichen Gesamtsituation und wies auf die hervorragenden Prognosen für die Metall- und Elektrobranche und eine gefestigte wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung hin. Der Grund für die Steigerung gegenüber der Forderung von 2006 liegt in den deutlich besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Wirtschaftsforscher sowie Politiker aller Parteien einschließlich der FDP sprechen sich für spürbare Steigerungen aus. Selbst der eine oder andere Arbeitgebervertreter hat sich schon widerstrebend und mit manchem Wenn und Aber zu dem Eingeständnis hinreißen lassen, es gehe der Branche eigentlich so gut, dass davon auch bei den Beschäftigten etwas ankommen müsste.

 

Schwungvolle Konjunktur bei M+E

 

Angesichts der Zahlenlage wären andere Behauptungen in der Tat schwer zu vertreten. Die Produktion der Metall- und Elektroindustrie hat von Januar bis November 2006 fast acht Prozent zugelegt, die Gewinne steigen, selbst der Arbeitgeberverband Gesamtmetall spricht von den "besten Zahlen seit neun Jahren." Sein Präsident Martin Kannegießer erklärte in der "Wirtschaftswoche" zwar trotzdem unverdrossen, der Abschluss 2007 müsse unter dem von 2006 liegen - nachvollziehen lässt sich das allerdings kaum.

 

Der so genannte Verteilungsspielraum jedenfalls, der sich aus Preissteigerung und Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität wird, liegt bei rund vier Prozent; weniger kann den Beschäftigten wohl auch beim schlechtesten Willen niemand zumuten wollen.

 

Die IG Metall-Empfehlung von 6,5 Prozent gibt nun eine entsprechende Grundlage vor, auf der die regionalen Tarifkommissionen bis zum Monatsende ihre endgültigen Forderungen diskutieren werden.

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