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13.08.2009
Tragfähiger Kompromiss im Konflikt zwischen Conti und Schaeffler

Der Vorstandsvorsitzende der Continental AG, Dr. Karl-Thomas Neumann (48) scheidet aus dem Continental-Vorstand aus . Als neuer Vorsitzender wurde Dr. Elmar Degenhart (50), bisher Vorsitzender der Geschäftsleitung Schaeffler Gruppe Automotive, berufen. Die IG Metall Niedersachsen bezeichnet den gefundenen Kompromiss als „tragfähig“ und fordert vom Vorstand Problemlösungen.

Hartmut Meine

Degenhart übernimmt gleichzeitig die Leitung der Division Powertrain. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Rolf Koerfer, hat die Bereitschaft erklärt, den Vorsitz des Aufsichtsrats der Continental AG abzugeben, nachdem die Neuordnung des Vorstands, insbesondere die Bestellung eines Finanzvorstands, vollzogen ist, und die Wahl eines neuen, von außen kommenden Aufsichtsrats zum Vorsitzenden in die Wege zu leiten. Herr Koerfer wird dem Aufsichtsrat als Präsidiumsmitglied weiterhin angehören. Der Aufsichtsrat der Continental AG hat sich in seiner außerordentlichen Sitzung am Mittwoch auf diesen einvernehmlichen Personalwechsel verständigt.

Bewegung bei allen Beteiligten

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter und Aufsichtsratsmitglied der Continental AG, bezeichnete den gefundenen Kompromiss im Konflikt zwischen Continental und der Familie Schaeffler als tragfähig. „In den Gesprächen, die unter Beteiligung der IG Metall und der IG BCE stattgefunden haben, mussten sich alle Beteiligten bewegen. Damit ist der Weg frei für die längst überfällige Lösung der Probleme. Wir erwarten vom Vorstand ein verlässliches und an den Sachfragen orientiertes Handeln. Dabei muss es um die Sicherung der Arbeitsplätze und die Zukunft der beiden Unternehmen gehen“, so Hartmut Meine.

Die Gewerkschaften hätten am Vorstandsvorsitzenden Karl-Thomas Neumann gerne festgehalten, wollten aber einer Lösung der Situation nicht im Wege stehen, da auch der Aufsichtsratsvorsitzende Koerfer von seiner Funktion zurücktritt.

Die Auseinandersetzung zwischen Continental und Schaeffler habe die positive Bedeutung der paritätischen Mitbestimmung in den Aufsichtsräten aufgezeigt: „Die Arbeitnehmerseite handelte stets verlässlich im Interesse der Beschäftigten und bemühte sich, die Kontrahenten zu einem gemeinsamen Handeln zu bewegen. Ohne Gewerkschafter und Betriebsräte wäre die emotionsgeladene Situation schon viel früher völlig eskaliert“, so Hartmut Meine.

„Die Mitbestimmung hat sich unter schwierigsten Umständen bewährt und entscheidend zum jetzt gefundenen Kompromiss zwischen Continental und Schaeffler beigetragen. Diejenigen, die die paritätischen Mitbestimmungsstrukturen beschneiden wollen, sollten vor dem Hintergrund der monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Continental und Schaeffler ihre Position dringend überdenken.“

Hohe Abfindung

Neumann wird der Abschied mit einer Abfindung von 7,4 Mio. Euro versüßt. Die Schaeffler KG beteiligt sich an den Kosten für die Abfindung. Die Financial Times Deutschland zitiert nicht näher genannte Aufsichtsratskreise, wonach diese Beteiligung eine Forderung der Arbeitnehmerseite gewesen sei. Continental habe Kostensenkungsprogramme und schließe Werke, da passe eine solche Millionenabfindung nicht in die Landschaft. Neumann erhalte die Summe, die ihm vertraglich zustehe.

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