Das zu Siemens gehörende Licht-Unternehmen Osram will rund 220 Arbeitsplätze außerhalb der Fertigung abbauen, darunter etwa 75 in Augsburg. Das berichtet die Augsburger Allgemeine und zitiert einen entsprechenden Brief der Geschäftsführung an die Mitarbeiter.
Nach der eben erst besiegelten Verlagerung des Osram Standortes Traunreut nach Treviso (Italien), durch den 100 Beschäftigte bis spätestens September 2009 ihren Arbeitsplatz verlieren, ist dies der zweite Schlag innerhalb weniger Tage bei Osram.
Eine Osram-Sprecherin bestätigte die Informationen der Augsburger Allgemeinen am Donnerstag auf Anfrage der Zeitung. Für das Unternehmen arbeiten in Augsburg gut 1780 Beschäftigte. Das Werk in Schwabmünchen mit mehr als 400 Mitarbeitern sei nicht von den Maßnahmen betroffen, so die Osram-Sprecherin.
In dieser Woche wurde Wirtschaftsausschuss des Unternehmens informiert, anschließend ging die Geschäftsführung von Osram gleich in die Offensive: Alle Mitarbeiter wurden in einem Brief der Geschäftsführung darüber informiert, dass 220 Stellen außerhalb der Fertigung abgebaut werden sollen.
Die IG Metall Augsburg nennt Details, danach soll sich der Stellenabbau wie folgt verteilen
- 80 Stellen im Zusammenhang mit den Maßnahmen bei Siemens (Vertriebs- und allg. Verwaltungskosten)
- Rund 75 Stellen aufgrund von Umstrukturierungen in Augsburg, die insbesondere das Maschinenwerg betreffen
- Rund 65 Stellen in anderen Funktionen durch Effizienzsteigerungen und Wegfall von Aufgaben.
Der Abbau solle über freiwillige Maßnahmen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.
Der Betriebsrat des Maschinenwerkes in Augsburg wurde bis zum heutigen Tag nicht informiert, wie überhaupt und wo 75 Mitarbeiter abgebaut werden sollen. Aktuell ist an einen Abbau im Maschinenwerk gar nicht zu denken. Massive Mehrarbeit ist angesagt. Der BR wird als eine erste Maßnahme die Genehmigung von Mehrarbeit stoppen. Am nächsten Mittwoch will der Betriebsrat die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung informieren.
Betriebsräte und IG Metall Augsburg kritisieren diese Vorgehensweise als „völlig unakzeptabel!“ Betriebsratsgremien seien übergangen und 2000 Beschäftigte in der Region mit ihren Familien vor der Urlaubszeit stark verunsichert, worden.
Betriebsräte und IG Metall fordern die Geschäftsführung von Osram auf, die Zusagen der Siemens AG im Rahmen des dortigen Personalabbaues wie Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Standortgarantien bis 2010 für Osram zu übernehmen. Was für die "Mutter" gilt - das muss auch für die sehr profitable "Tochter" gelten.



