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09.11.2007
Siemens: dubiose Zahlungen über 1,3 Milliarden Euro

Siemens hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2007 bekannt gegeben. Dabei wurde auch bekannt, dass sich die Summe der mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen mittlerweile auf 1,3 Milliarden Euro addiert. 470 Mitarbeiter seien unterdessen wegen Unregelmäßigkeiten und Verstößen gegen die internen Richtlinien belangt worden.

Siemens-Zentrale in München

Bisher war offiziell stets von knapp einer halben Milliarde die Rede, wenngleich Siemens einräumt hatte, damit wohl noch nicht alle Unregelmäßigkeiten erfasst zu haben. Bei der Prüfung sämtlicher Beraterverträge der vergangenen Jahre habe der Konzern dubiose Zahlungen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro entdeckt, gab Siemens-Chef Löscher im Rahmen der Vorstellung der Geschäftszahlen bekannt.. Der Großteil davon ist vermutlich in schwarze Kassen geflossen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden.

 

Hohe Folgekosten

Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer sprach in einem Interview mit dem ZDF von einer erheblichen Verunsicherung bei den Beschäftigten: „Die IG Metall hatten von Anfang an den Verdacht, dass sich die bisher genannte Summe weiter erhöhen wird, wenn in allen Bereichen des Konzerns gesucht wird, dies hat sich jetzt leider bestätigt. Dieses Fehlverhalten kostet das Unternehmen viel Geld. Allein die beauftragen Rechtsanwälte kosten jedes Jahr ca. 1 Milliarde Euro, dazu kommen die Steuernachzahlungen - von einer evtl. Strafe der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) noch gar nicht zu reden. Die Beschäftigten machen sich verständlicherweise große Sorgen, angesichts dieser ungeheuren Summen. Da müssen viele tausend Menschen lange arbeiten um diese Beträge erst einmal zu erwirtschaften.“

 

Entschlossenheit zum Aufräumen

470 Mitarbeiter wurden unterdessen wegen Unregelmäßigkeiten belangt. In 14 Prozent der Fälle seien dabei Korruption oder Verstöße gegen das Kartellrecht nachgewiesen worden. In etwa einem Viertel der Fälle ging es um Untreue oder Betrug. Bei den restlichen 62 Prozent handelte es sich um andere Verstöße wie zum Beispiel Diskriminierungen. Von 30 Prozent der betroffenen Beschäftigten habe sich Siemens getrennt, sagte Löscher.

 

Siemens hatte in diesem Zusammenhang den Beschäftigten, die Verstöße gegen die internen Richtlinien anzeigen, eine Art „Kronzeugenregelung“ zugesichert, also völlige Straffreiheit – soweit dies strafrechtlich zulässig ist – zumindest aber mildere Sanktionen. Werner Neugebauer beurteilte diese Ankündigung im Interview mit dem ZDF differenziert:: „Wir wollen eine lückenlose Aufklärung und fordern diese seit langem. Andererseits birgt dieses Vorgehen die Gefahr, dass da alte Rechnungen beglichen werden und es zu Denunziationen kommt.“

 

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