(Pressedienst, 32 / 2008) „Anscheinend hat Bayern derzeit die Seuche, es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwelche Schreckensmeldungen über den Ticker laufen“, kommentierte der IG Metall Bezirksleiter, Werner Neugebauer, den bevorstehenden radikalen Stellenabbau bei Infineon und bezeichnete die Pläne als „Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten“.
Neugebauer: „Eine schier endlose Serie von Managementfehlern hat Infineon in die schwerste Krise der Unternehmensgeschichte geführt, ausbaden sollen das jetzt wieder einmal die Beschäftigten“.
Statt erneut eine Schlüsseltechnologie des digitalen Zeitalters, die mit vielen Milliarden an Steuergeldern aufgebaut wurde, durch katastrophale Managementfehler am Standort Deutschland gegen die Wand zu fahren, forderte Neugebauer eine Produktoffensive und eine Abkehr von der einseitig ausgerichteten Produktpalette. „Was jetzt her muss, sind die richtigen Produkte für die richtigen Märkte.“
Neugebauer stellte die Frage, ob einem Unternehmen, dass von Innovation, Kreativität und Erfindungsreichtum lebe, denn nichts Schlaueres einfalle, als Beschäftigte auf die Straße zu setzen.
Die IG Metall fordert von Infineon den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und einfallsreichere Lösungen wie beispielsweise die Anwendung des Beschäftigungssicherungstarifvertrages, eine Teilzeitoffensive, Angebote für Sabbatical und vieles mehr.
Nach Informationen der IG Metall will Infineon weltweit 3.000 Stellen abbauen, davon 2.000 in Deutschland. Besonders hart soll es offenbar den Standort Regensburg treffen, an dem etwa 600 von den ca. 2.500 Arbeitsplätzen gestrichen werden sollen.


