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Automobilkonferenz 2010
02.03.2010

Von: HR

Proteste der Siemens-Beschäftigten weiten sich aus

Die verschiedenen Pläne für Arbeitsplatzabbau, Verlagerungen und Ausgliederungen bei Siemens stoßen auf wachsenden Widerstand der Betroffenen. In den vergangenen Tage waren allein Bayern bei mehreren Aktionen über 2.000 Menschen auf den Beinen, um die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

München

Proteste in München Perlach ...
(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Fürth

... in Fürth und ...

Erlangen

... in Erlangen.

Bad Neustadt gegen den Stellenabbau

Schon am Freitag demonstrierten über 1.500 Menschen zum Auftakt der Gespräche zwischen Unternehmensvertretern und Arbeitnehmerseite über den geplanten Stellenabbau in Bad Neustadt / Saale. Die Beschäftigten marschierten in einem einen Demonstrationszug zwischen dem älteren Werk in der Siemensstraße und dem Werk im Industriegebiet Brendlorenzen gebildet, wo vor den Verhandlungen eine Kundgebung stattfand.

In ihrem Rahmen kritisierten der Vorsitzende des Siemens-Gesamtbetriebsrates Lothar Adler, der örtliche Betriebsratsvorsitzende Bernhard Omert, der zweite Bevollmächtigte der Schweinfurter IG Metall Peter Kippes und der Landrat des Kreises Rhön-Grabfeld Thomas Habermann nachdrücklich die Pläne des Unternehmens, allein im Siemens-Sektor Industry an den Standorten Bad Neustadt und Erlangen rund 1.200 Stellen zu streichen. Die anschließenden Beratungen bestanden vor allem im Abgleichen der von Siemens vorgelegten Informationen und erbrachten kein Ergebnis - der massive Widerstand in Bad Neustadt wird entsprechend weitergehen.

Bundesweite Aktionen in Siemens' IT-Sparte

Am Montag fand in der von Ausgliederung und einer anschließend noch ungewissen Zukunft bedrohten IT-Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS) ein bundesweiter Aktionstag statt. Die Beschäftigten der Sparte protestieren an vielen Standorten schon seit Monaten mit wöchentlichen "Montagsspaziergängen" gegen die Pläne des Vorstands; in dieser Woche wurden diese Aktionen von Hannover bis Fürth und von München bis Berlin ausgeweitet.

München: "Carve Out ist der letzte Sch..."

Allein in München Perlach zählte die Polizei zu diesem "Montagsspaziergang" rund 700 Menschen, die sich gegen Mittag zu einer Auftaktkundgebung versammelten. Nach einigen Ansprachen "spazierten" sie um einen Teil des riesigen Areals zu einem anderen Eingang, wo sie nach einer weiteren Kundgebung wieder das Betriebsgelände betraten. Sprechchöre drückten die Stimmungslage bei SIS klar aus: "Kommen erst die Investoren, ist die SIS schon längst verloren",  "im März da ist Betriebsratswahl, da gibt's nur eins - IG Metall", oder etwas drastischer "Jeder Siemensianer weiß, Carve out ist der letzte Sch...".

400 Demonstranten in Fürth ...

In Fürth beteiligten sich über 400 SIS-MitarbeiterInnen trotz der letzten kalten Böen von Sturmtief "Xyntia" an einer öffentlichen Kundgebung. Verstärkung kam von rund 50 Kollegen, die mit einem Bus aus Bad Neustadt (s.o.) angereist waren, und weiteren Siemensbetrieben der Region. Die Bürgermeister der Städte Fürth und Erlangen sowie Mitglieder des Bundestages richteten Grußworte an die Teilnehmer.

... und über 130 in Erlangen

Im nahen Erlangen gab es mit über 130 TeilnehmerInnen die bislang größte Beteiligung an einem "Montagsspaziergang", unterstützt durch eine Delegation der bekanntlich ebenfalls von Ausgliederung und Verkauf bedrohten Siemens Electronic Design and Manufacturing. Die Bedeutung der öffentlichen Aktionen im Rahmen des Widerstands der Belegschaften unterstrich Wolfgang Niclas, erster Bevollmächtigte der IG Metall Erlangen am Beispiel des Bereichs Siemens Audiologische Technik, der offenbar verkauft werden soll. Medienberichten zufolge zeigen die Proteste der dort betroffenen Beschäftigten bereits Wirkung im Management; dies sei zwar längst noch nicht die Absage an die Verkaufsabsichten", so Niclas, "allerdings zeigt Siemens damit Wirkung auf die öffentlichen Proteste gegen den Personalabbau."

Außerhalb Bayerns fanden ähnliche Aktionen unter anderem in Hannover, Braunschweig, Berlin, Konstanz, Frankfurt, Paderborn, Mannheim und Karlsruhe statt. Einen ausführlichen Bericht finden Sie im Siemens Dialog der IG Metall HIER.

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