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15.09.2008
Starke IG Metall bei Audi

Auf der Vollversammlung am Samstag wählten die ehrenamtlichen gewerkschaftlichen IG Metall Vertrauensleute bei Audi ihre Leitung für die nächsten vier Jahre. Der bisherige Vorsitzende Jörg Schlagbauer wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. DGB Vorsitzender Fritz Schösser forderte in seiner Rede eine stärkere Berücksichtigung der Arbeitnehmerrechte in Bayern.

Die neue Leitung der<br>IG Metall Vertrauensleute bei Audi

Die neue Leitung der
IG Metall Vertrauensleute bei Audi

Auch die beiden Stellvertreter von Jörg Schlagbauer, Rita Beck (Montage) und Johann Fink (Angestellte) wurden einstimmig wieder in ihre Funktionen gewählt. Ebenso die Bildungsbeauftragte und Schriftführerin Elke Heisler. Weiterhin wurden zehn Vertreter aus den einzelnen Bereichen bei Audi durch die Versammlung in das Führungsgremium entsandt.

Fritz Schösser, DGB Vorsitzender in Bayern, betonte in seiner Rede im Hinblick auf die Landtagswahl in zwei Wochen: „Bei allem was wir politisch tun, muss es doch um die Frage gehen, wie wir die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Menschen in unserem Land Bayern bestmöglichst regeln. Dabei müssen die Rechte der Arbeitnehmer, der Rentner, der Kinder und der sozial Schwächeren in der Gesellschaft im Freistaat besser berücksichtigt werden. Deshalb haben wir als DGB das Volksbegehren „Bayern vorn – Mindestlohn jetzt!“ gestartet. Die Politik darf nicht länger wegschauen, wenn Menschen an der Grenze der Sittenwidrigkeit arbeiten müssen. Wenn man in München für eine Stunde parken am Marienplatz mehr bezahlen muss, als manch ein Arbeiternehmer in Bayern an Stundenlohn erhält, dann ist das ein Skandal. Dagegen müssen wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter kämpfen.“

Viel erreicht

Jörg Schlagbauer, Audi Betriebsrat und Vorsitzender des IG Metall Vertrauenskörpers, bedankte sich bei den Vertrauensleuten für ihr Engagement, ihre Arbeit, ihre konstruktive Kritik und ihre Unterstützung: „Ich weiß, das alles fällt nicht immer leicht. Aber wir haben zusammen in den letzten vier Jahren viel für unsere Kolleginnen und Kollegen bei Audi erreicht und werden das gemeinsam auch in der Zukunft schaffen. Wir mussten zusammen die harten Auseinandersetzungen hinsichtlich des Ergänzungstarifvertrages für industrienahe Dienstleistungen bei Audi durchstehen, die Einführung des neuen Entgeltrahmen-Tarifvertrages ERA bewältigen und nicht zuletzt 2006 und 2007 unseren Beitrag für erfolgreiche Tarifverhandlungen der gesamten IG Metall leisten. Das werden wir auch dieses Jahr in der Tarifrunde 2008 leisten.“

„Ihr als Vertrauensleute seid das Rückgrat der IG Metall im Unternehmen und übernehmt Verantwortung für Audi und die gesamte Region Ingolstadt“, unterstrich Jörg Schlagbauer und blickte nach vorne: „Die Zukunftssicherung von Audi ist eine Aufgabe, die jeden einzelnen angeht. Das ist der Kernpunkt, weswegen wir gemeinsam mit der Belegschaft diskutieren, welchen Herausforderungen wir uns künftig stellen müssen, um Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung in Kombination mit guten tariflichen und sozialen Leistungen zu sichern. Wir wollen damit erfolgreich die Anliegen unserer Mitglieder und der Beschäftigten bei Audi vertreten und werden gemeinsam mit ihnen die Herausforderungen der Zukunft bei Audi anpacken, gestalten und meistern. Ziel dabei ist es, eine gemeinsame Zukunftsstrategie vorzulegen, die nicht nur auf Absatzsteigerungen und Renditezuwächse setzt, sondern die vor allem die Interessen der Belegschaft in den Mittelpunkt rückt. Dafür haben wir klare Werte, klare Ziele und einen klaren Kurs!“

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der AUDI AG, Peter Mosch, erklärte: „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, dass der Audi Standort Ingolstadt und die damit verbundenen Arbeitsplätze sicher bleiben. Deshalb müssen sich in Zukunft Betriebspolitik und Tarifpolitik noch besser ergänzen. Die IG Metall setzt darauf, dass in den Betrieben die Ausgestaltung tarifpolitischer Rahmenbedingungen verstärkt in Angriff genommen werden soll.“

Ein starkes Unternehmen braucht eine starke Arbeitnehmervertretung

„Die zentralen Punkte für uns als Gewerkschafter und als Audi Betriebsräte sind dabei: Gute Arbeit, gerechtes Entgelt und starke betriebliche Mitbestimmung. Das heißt für uns: Mehr Verantwortung, mehr Flexibilität und auch mehr Engagement im Unternehmen“, so Peter Mosch weiter, „Ein starkes Unternehmen braucht eine starke Arbeitnehmervertretung, ansonsten kommen die Interessen und Anliegen der Beschäftigten unter die Räder. Deshalb ist auch das VW-Gesetz so wichtig für uns. Aus diesem Grund dürfen wir nicht nachlassen gemeinsam Druck zu machen – im VW Konzern und in der Politik auf Bundesebene und in Europa. Wer die Axt an die Mitbestimmung im VW Konzern und damit auch bei Audi legen will, muss mit unserem Widerstand rechnen. Die eindrucksvolle Großkundgebung und die Ergebnisse der VW Aufsichtsratssitzung vom vergangenen Freitag zeigen dies sehr deutlich. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr VW-Gesetze zur Standortsicherung und damit zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Europa.“

Der Versammlungsleiter und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Johann Horn, zog eine positive Bilanz: „Die IG Metall bei Audi ist so stark wie nie. Allein im vergangenen Jahr nahm sie über 1000 neue Mitglieder auf. Der neue Kurs der IG Metall bei Audi zeigt Erfolg. Sie muss aber weiter an ihrer Zukunftsfähigkeit arbeiten. Das hat die IG Metall bei Audi erkannt und arbeitet seit geraumer Zeit genau an solchen strategischen Ansätzen, die im Schwerpunkt die folgenden Handlungsfelder beleuchten sollen: Arbeit und Belegschaft, Tarif, Beschäftigung in der Region, Soziales, Gesellschaft und Mitbestimmung. Die Eckpunkte dieser Strategie wurden heute beschlossen, um auch in Zukunft als IG Metall bei Audi aktiv mitbestimmen, kompetent gestalten und solidarisch handeln zu können.“

Weitere Mitglieder der Vertrauenskörperleitung

Als weitere Mitglieder wurden in die Vertrauenskörperleitung gewählt:
Dieter Bauer, Presswerk; Robert Bauer, Technische Entwicklung; Armin Binner, Lackiererei; Karl Deak, Technische Entwicklung; Karola Frank, Jugend; Nazmi Karaman, Ausländische Arbeitnehmer; Werner Kirchbichler, OT-Lager; Rudolf Schneider, Karosserie-Rohbau; Karl Sokopp, Werkinstandhaltung/Logistik; Jürgen Wittmann, Werkzeugbau;

 

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