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16.09.2009
IG Metall lehnt die Aufnahme von Verhandlungen bei Lech-Stahlwerk ab

Der IG Metall liegt ein Antrag des Arbeitgeberverbandes Stahl (AGV Stahl) vor. In ihm wird die IG Metall aufgefordert, Verhandlungen über eine Abweichung vom bestehenden Haustarifvertrag bei den Lech-Stahlwerken (LSW) aufzunehmen. Die von LSW angestrebte Abweichung bedeutet für die Beschäftigten Einkommensverluste von mehr als 30 Prozent.

Lechstahl-Werk in Meitingen

Unter anderem wollen die Lech-Stahlwerke die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit 40 Stunden auf 48 Stunden verlängern - ohne Lohnausgleich!

Keine Tarifverhandlungen

Die Mitglieder der IG Metall bei Lechstahl haben am Dienstag über den Antrag des AGV Stahl beraten. Rund 100 Mitglieder waren anwesend. Nach einer langen und regen Diskussion haben die Anwesenden entschieden. Die IG Metall hat den Auftrag bekommen, keine Verhandlungen aufzunehmen. Die Entscheidung war einstimmig. Die IG Metall wird den AGV Stahl über die Entscheidung informieren.

Damit finden keine Tarifverhandlungen statt. Es bleibt abzuwarten, wie LSW auf das Votum der IG Metall Mitglieder reagiert.

LSW hat seit 1994 einen eigenen Haustarifvertrag. In diesem Haustarifvertrag wird der bayerische Manteltarifvertrag und der Lohn- und Gehaltstarifvertrag NRW Stahl anerkannt. In 2006 fand die erste Tarifauseinandersetzung um diesen Haustarifvertrag statt. Dieser Haustarifvertrag kann erstmals am 30.09.2009 zum 31.12.2009 gekündigt werden. In dem Tarifvertrag wird unter anderem den Beschäftigten eine Beschäftigungssicherung zugesichert.

Enttäuschung über Aicher

Ob die Kündigung des bestehenden Tarifvertrages für Herrn Aicher (Hauptgesellschafter der LSW) eine Option ist, bleibt abzuwarten. Für diesen Fall ist die IG Metall vorbereitet. Vorsichtshalber wurde auf der Mitgliederversammlung eine Tarifkommission gewählt. Sie besteht aus acht Mitgliedern. Des weiteren sind verschiedene Aktionen besprochen worden.

In der Diskussion ist nochmals betont worden, dass die Belegschaft sehr enttäuscht von Ihrem Hauptgesellschafter ist. Sie fordern Herrn Aicher auf, seine Verantwortung gegen über den Beschäftigten und den Familien gerecht zu werden. Die Lech-Stahlwerke waren in den letzten Jahren so profitabel, weil die Belegschaft hoch flexibel an die Aufgaben herangegangen ist. Die Belegschaft hatte eine hohe Loyalität zum Unternehmen und zu Herrn Aicher. Dies wurde zerstört.

Die IG Metall fordert Herrn Aicher auf, den bestehenden Haustarifvertrag in der jetzt gültigen Fassung weiter zu führen. Die vereinbarte Beschäftigungssicherung ist gerade wichtig in Krisenzeiten. Die IG Metall Mitglieder bei LSW werden ihren Tarifvertrag verteidigen.

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