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14.11.2007
DIHK befürchtet Kurzarbeit

Um 12.00 Uhr hat der angekündigte 62-stündigen Streik der Lokführer im Güterverkehr begonnen. Die deutsche Wirtschaft befürchtet erhebliche Auswirkungen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sagte der "Bild"-Zeitung, "Zigtausenden Beschäftigten droht Kurzarbeit, weil der Nachschub fehlt.“

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun

Die GDL hat ihre Mitglieder ab dem (heutigen) Mittwoch um 12.00 Uhr zu einem bundesweiten Streik im Güterverkehr aufgerufen. Ab der Nacht zum Donnerstag soll auch der Personenverkehr bestreikt werden. Am Samstagmorgen wollen die Lokführer wieder arbeiten.

 

Schon wenige Tage Streik könnten etliche Betriebe zu Kurzarbeit zwingen, ergab eine Umfrage der Süddeutschen Zeitung (SZ) bei Verbänden und Unternehmen. Betroffen von dem Streik wäre vor allem die dicht vertaktete Automobilindustrie, befürchtet der DIHK.

 

Ein Umstieg auf Lastwagen sei kurzfristig nicht machbar: "Fahrer fallen nicht vom Himmel. Und auch die erforderliche Lkw-Kapazität steht nicht in der Ecke herum", zitiert die SZ den Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterverkehr und Logistik (BGL), Karlheinz Schmidt.

 

Auch der BGL erwartet, dass der Streik spätestens nach zwei bis drei Tagen in einigen Sektoren zu Produktionsausfällen und Kurzarbeit führen wir. Und erwartet, dass es als erstes die Fahrzeugindustrie, die Chemiewerken und die Stahlproduzenten treffen werde. Aber nicht nur diese: Über gestörte Produktions- und Logistikketten würden schon bald Betriebe auf allen Stufen der Wertschöpfungskette die Streikauswirkungen zu spüren bekommen, schreibt der BGL in einer Pressemeldung. Zulieferer wie Abnehmer, Einzel- wie Großhandel würden auch dann Umsatzausfälle zu verzeichnen haben, wenn sie selbst nicht bahnabhängig sind.

 

Notfallpläne der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie hat sich mit eigenen Notfallplänen für den 62-Stunden-Streik gewappnet. Bei dem vorangegangenen 42-Stunden-Streik im Güterverkehr hatte die deutsche Automobilindustrie einen Produktionsausfall vermeiden können. Dies gilt derzeit (noch) für die gesamte bayerische Metall- und Elektroindustrie. Der IG Metall Bayern sind bisher keine nennenswerten Störungen bekannt, auch Anträge auf Kurzarbeit sind bei der zuständigen Bezirksleitung noch keine gestellt worden. In möglichen betroffenen Betrieben stehen die Betriebsparteien (Betriebsrat und Geschäftsführung) in engem Kontakt um laufend das weitere Vorgehen zu beraten.

 

Fraglich ist allerdings, ob diese Notfallpläne auch bei diesem längeren, zunächst für 62 Stunden geplanten Streik einen größeren Schaden verhindern können. „Dieser angekündigte Streik stellt unsere Logistik vor noch größere Herausforderungen als dies schon beim ersten Streik der Fall war“, sagte ein Audi-Sprecher gegenüber der „Automobilwoche“. Ernst-Hermann Krog, Leiter der Markenlogistik von Audi, schloss Produktionsausfälle gegenüber der Branchenzeitung nicht aus.

 

Audi und BMW haben sich sowohl um zusätzliche Speditionskapazitäten bemüht, als auch versucht Ausweichflächen anzumieten, auf denen die Neuwagen zwischen geparkt werden können.

 

Allein vom Audi-Werk Ingolstadt werden im Normalfall täglich mehr als 1000 Neufahrzeuge mit dem Zug transportiert, "das bedeutet, wir benötigten im Streikfall täglich zusätzlich 125 Lkw". Die Materialversorgung schlägt zusätzlich pro Tag mit 120 Bahn-Wagons zu Buche, nach Angaben des Unternehmens würden weitere 240 Laster benötigt, um die Waren über die Straßen zu transportieren. Insgesamt müssten im Streikfall also täglich 365 Lkw zusätzlich eingesetzt werden, zitierte die Automobilwoche den Audi-Sprecher.

 

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