(Pressedienst, 26/2009) Der VBM und die IG Metall haben sich auf einen Tarifvertrag zur Schaffung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Ziel der Vereinbarung ist es, das hohe Ausbildungsniveau in der bayerischen M+E-Industrie trotz Krise auch im kommenden Ausbildungsjahr zu halten.
Es handelt sich um eine Neuauflage eines bereits 2007 geschlossenen Vertrags. Die Vereinbarung sieht vor, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Betriebes im kommenden Ausbildungsjahr 2010/11 die tarifliche Ausbildungsvergütung für zusätzliche Lehrstellen teilen können. So bieten die Tarifparteien der bayerischen M+E-Industrie den Unternehmen über eine freiwillige Vereinbarung der betrieblichen Akteure einen Anreiz, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen. Der Finanzierungsbeitrag der Arbeitnehmer erfolgt, indem die kommende Tariferhöhung im ersten Monat einmalig um 1,3 Prozent brutto reduziert wird, bezogen auf das Jahresgehalt (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld) entspricht dies einem einmaligen Bruttobetrag von 0,1 Prozent.
Dr. Helmut Keese, Tarifverhandlungsführer des VBM: "Die bayerische M+E-Industrie befindet sich nach wie vor tief in der Krise. Mit dem Tarifvertrag „Zusätzliche Ausbildungsplätze 2010“ haben die Tarifpartner der bayerischen M+E-Industrie erneut bewiesen, dass sie gewillt und fähig sind, der Krise gemeinsam mit kreativen und unkonventionellen Maßnahmen zu begegnen. Gewinner dieser Vereinbarung werden die jungen Leute sein, aber auch die Unternehmen in Bayern, denn unser Wirtschaftsstandort lebt von gut ausgebildeten Fachkräften."
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Der Tarifvertrag 'Zusätzliche Ausbildungsplätze 2010' trägt dazu bei, jungen Menschen trotz der aktuellen Krise einen Start ins Berufsleben zu ermöglichen und erfüllt damit eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Er schafft aber auch die Voraussetzung dafür, dass die bayerische M-E-Industrie auch am Ende der krisenbedingten konjunkturellen Talsohle noch über die gut ausgebildeten Fachkräfte verfügt, die sie weiter dringend brauchen wird. Es profitieren also alle Beteiligten Seiten von diesem Vertrag." (Das vollständige Statement von Werner Neugebauer bei der heutigen Pressekonferenz, finden Sie im Anhang als pdf-Datei)
Bei der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Tarifvereinbarung zogen VBM und IG Metall zudem eine Zwischenbilanz ihrer im Frühjahr geschlossenen „Beschäftigungsbrücke Bayern für Jung-Facharbeiter“.
Keese: "Die Beschäftigungsbrücke Bayern für Jung-Facharbeiter ist erfolgreich gestartet. Derzeit sind 40 Jung-Facharbeiter bei sieben Mitgliedsunternehmen in der Beschäftigungsbrücke Bayern. Wir haben Signale aus den Unternehmen, dass die Nachfrage im kommenden Frühjahr weiter deutlich zunehmen wird."
Neugebauer: "Die 'Beschäftigungsbrücke Bayern' eröffnet jungen Leuten am Ende der Ausbildung eine Perspektive, in dieser wichtigen Phase trotz der Krise nicht den Anschluss an ihr gerade begonnenes Berufsleben zu gefährden. Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Instrument viele gut ausgebildete junge Menschen in den Betrieben halten können, die sonst in die Arbeitslosigkeit gehen müssten."
Bayerns Arbeitsstaatssekretär Markus Sackmann erklärte: "Ich begrüße die Maßnahmen des VBM und der IG Metall: Mit der Beschäftigungsbrücke Bayern und der neuen Tarifvereinbarung ‚Zusätzliche Ausbildungsplätze 2010’ haben die Tarifparteien wichtige Instrumente geschaffen, um die bayerische Metall- und Elektroindustrie zu unterstützen. Eine solide Ausbildung ist die Eintrittskarte in den Arbeitsmarkt. Deshalb investiert auch die Bayerische Staatsregierung mit dem Programm ‚Fit for Work’ jährlich viele Millionen Euro, um die bayerischen Betriebe zu motivieren, zusätzlich Jugendliche auszubilden."


