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28.03.2008
Ungewisse Zukunft für das EADS-Werk in Augsburg

Die Verkaufsverhandlungen für die EADS-Werke in Augsburg, Nordenham und Varel sind vorläufig gescheitert. IG Metall und Gesamtbetriebsrat halten den Stopp der Verhandlungen mit OHB/MT Aerospace und Cerberus für richtig. Die Werke sollen allerdings weiterhin verkauft werden, aber niemand weiß an wen. Wie es für die Beschäftigten jetzt weitergeht, bleibt unklar.

Im Nobermber 2007 demonstrierter
2.300 Beschäftigte bei EADS Augsburg
für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze

Das Management von Airbus hatte wenige Tage vor Weihnachten bekannt gegeben, dass es als bevorzugten Bieter für die deutschen Standorte ein Joint Venture mit der Bietergruppe MT Aerospace (OHB) mit dem Finanzinvestor Cerberus (USA) ausgewählt haben. Bis Sommer 2008 sollte ein endgültiges Ergebnis erzielt werden.

 

Nun hat Airbus-Chef Thomas Enders die Notbremse gezogen: Da die Bremer OHB die Finanzierung für den Kauf der drei Airbus/EADS-Standorte offenbar nicht zusammenbekommt, will EADS die Werke zunächst behalten, aber in den "kommenden Jahren" weiter nach einem geeigneten Partner zu suchen. OHB habe sich als der falsche Partner herausgestellt, hieß es in einer Mitteilung von EADS. Auch der steigende Dollar-Kurs habe die Verkaufsverhandlungen belastet. So hätten die Gespräche bei einem Kurs von 1,35 Dollar pro Euro begonnen und der Kurs liege nun bei 1,60. Für die Beschäftigten ein zwiespältiges Ergebnis, einerseits standen sie einem möglichen Verkauf skeptisch gegenüber, andererseits droht jetzt eine lange Hängepartie.

 

„Ohne ausreichende industrielle und finanzielle Fähigkeiten von OHB/MT Aerospace wäre ein Verkauf ein großer Fehler und ein Risiko für Airbus und die Beschäftigten gewesen. Auf diese Risiken haben wir als Arbeitnehmervertreter immer hingewiesen. Das Management von EADS/Airbus muss aber jetzt die Zukunftsentscheidungen im Rahmen A350XWB, insbesondere über die Arbeitspakete, fällen und die entsprechenden Investitionen in den Standorten durchführen“ heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von der Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Airbus Deutschland, Rüdiger Lütjen.

 

Auch Jürgen Kerner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg und Mitglied im EADS-Aufsichtsrat hat nach dem gescheiterten Verkauf ein klares Bekenntnis des Flugzeugbauers für den Erhalt der Standorte gefordert. „Es ist unbedingt notwendig, dass es endlich klare Aussagen für die Zukunft der Werke gibt“, sagte Kerner der Nachrichtenagentur AP. Er warf Airbus eine „Hinhaltetaktik“ vor.

 

Zu der Erklärung des Konzerns, er halte seine Verkaufspläne für die Werke Nordenham, Varel und Augsburg aufrecht, äußerte Kerner Zweifel am Erfolg des Vorhabens. Es gebe kaum Interessenten erklärte er: „Speziell für das Augsburger Werk muss Airbus endlich deutlich sagen, inwiefern der Standort am Bau des geplanten Langstreckenjets A350 beteiligt wird“.

 

Auch Rüdiger Lütjen, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Airbus Deutschland sagte: „Die langfristige Zukunftsperspektive aller EADS/Airbus Standorte und ihrer Beschäftigten bleibt unser oberstes Ziel!."

 

 

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