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30.08.2008
Prozess gegen Schelsky und Feldmayer beginnt am 24. September

Seit eineinhalb Jahren sitzt der langjährige Vorsitzende der AUB, Wilhelm Schelsky, bereits in Untersuchungshaft. Am 24. September soll nun der Prozess um die verdeckte Finanzierung der AUB durch die Firma Siemens beginnen.

Wilhelm Schelsky
20 Jahre Vorsitzender der AUB
jetzt wird ihm der Prozess gemacht

Ex-Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer und Schelsky, müssen sich dann vor dem Landgericht Nürnberg wegen Untreue und Steuerhinterziehung verantworten. Feldmayer war Mitglied im Siemens-Zentralvorstand, als er im März 2007 im Zusammenhang mit den Millionenzahlungen an die AUB unter dem Vorwurf der Untreue verhaftet worden. Gegen Zahlung einer Kaution wurde der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

Die dritte Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat vorläufig 24 Prozesstage bis zum 24. November angesetzt. Verhandelt werde an jeweils zwei bzw. drei Tagen pro Woche. Die Anklage der Staatsanwaltschaft umfasse 228 Seiten, melden die Nürnberger Nachrichten. Ein Justizsprecher bestätigte unterdessen diese Angaben.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Juli gegen beide Anklage erhoben (siehe auch: In Verbindung stehende News). Laut Anklage haben die Feldmayer und Schelsky 2001 einen Scheinvertrag geschlossen, der einer Unternehmensberatungsfirma des AUB-Vorsitzenden pro Quartal 500.000 Euro Honorar von Siemens für nie erbrachte Dienstleistungen zusicherte. Tatsächlich sei das Geld für AUB bestimmt gewesen. Siemens wollte sich damit eine arbeitgeberfreundliche Konkurrenzorganisation zur IG Metall aufbauen.

Die Rechnungen seien jeweils an die Privatanschrift von Feldmayer geschickt worden, der sie dann an Siemens weiterreichte. Die Anklage geht davon aus, dass auf diesem Weg bis November 2006 44 Rechnungen in Höhe von 30,3 Millionen Euro gestellt wurden. Schelsky soll für die an ihn überwiesenen Gelder, Steuern in Höhe von fast 9 Millionen Euro nicht bezahlt haben. In Wirklichkeit dürfte noch erheblich mehr Geld von Siemens an Schelsky geflossen sein, Schätzungen über das Gesamtvolumen reichen bis zu 60 Millionen Euro, ein Teil der Zahlungen ist allerdings offenbar unterdessen verjährt und daher nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens..

 

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