Die Entscheidung über den Verkauf der insolvente Kitzinger Eisen- und Metallgießerei MTK ist gefallen. Das Unternehmen geht am 1. Juli wieder in Produktion, dann unter dem Namen „Franken Guss Kitzingen GmbH & Co KG“. Neuer Inhaber ist der bisherige MTK-Geschäftsführer Josef Ramthun. Mehr als die Hälfte der 840 Arbeitsplätze konnte gerettet werden.
Das war knapp: Quasi in letzter Minute ist die Entscheidung über die MTK-Gießerei in Kitzingen gefallen. Nur noch bis Ende Juni gibt es Insolvenzgeld. Bis dahin musste ein Investor gefunden werden, damit die ehemalige Sachs-Gießerei überleben kann.
Nachdem die Gläubigerversammlung Finanzinvestoren als Übernehmer abgelehnt hätten, seien nur drei strategische Investoren übrig geblieben, berichtete Insolvenzverwalter Bruno Fraas am Montag auf einer Pressekonferenz. Zwei brachten laut Fraas die Finanzierung nicht rechtzeitig auf die Beine.
So blieb der bisherige Geschäftsführer der MTK, Josef Ramthun, als einziger Käufer übrig und konnte mit Hilfe eines Konsortiums aus Sparkasse Mainfranken und VR Bank Kitzingen eine „sehr solide Finanzierung“ präsentieren, wie Fraas betonte. Die Banken hätten nach nur sechs Stunden Verhandlung, den Neuanfang ermöglicht, ergänzte Ramthun. Der Preis für den Hersteller von Modulen und Komponenten für die Automobilindustrie liegt nach Angaben des neuen Besitzers im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“.
Die Beschäftigten, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, ist wenigstens ihr Lohn in der Transfergesellschaft bis Jahresende zu 80 Prozent gesichert. Sollten sich die Geschäfte positiv entwickeln, dürfen vielleicht auch einige von ihnen darauf hoffen, dass dann wieder erfahrene Kräfte in der Gießerei gebraucht werden.
Aber auch die verbleibenden Beschäftigten werden wohl Opfer bringen müssen. Dennoch begrüßten Betriebsrat und IG Metall die Übernahme. Mit der „besten Lösung für alle Beteiligten“ sei auch die nervenaufreibende Unsicherheit“ weg, zitiert die Main-Post den Betriebsratsvorsitzenden Gerhard Pfaff. Walther Mann, erster Bevollmächtigter der zuständigen IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg betonte, dass es bei dem neuen Unternehmen entgegen Gerüchten „keine Billigstarbeitsplätze“ geben werde. Details will die IG Metall Würzburg am Freitag bei einer Pressekonferenz bekannt geben.



