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11.11.2006
Gemeinsam gegen den Abbau sozialer Standards

(Pressedienst 94/2006) Von Donnerstag bis Samstag trafen sich die Präsidenten der Metallgewerkschaften aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Österreich und Bayern in Regensburg um aktuelle politische und tarifpolitische Fragen zu diskutieren.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern betonte die gute Zusammenarbeit der Gewerkschaften, die insgesamt ca. 1 Millionen Mitglieder repräsentieren. Seit 1991 hätten die 6 Metallgewerkschaften über 100 gemeinsame Seminare mit insgesamt ca. 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt und damit einen konkreten Beitrag zum Zusammenwachsen Europas und zur besseren Verständigung zwischen den Völkern geleistet.

Wichtigstes tarifpolitisches Thema des Treffens war die in allen Ländern zunehmende Leiharbeit und die wachsende Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

Josef Stredula, Präsident der OS KOVO (Metallgewerkschaft der Tschechischen Republik) berichtete von Betrieben mit bis zu 50% Leiharbeitern, die erheblich niedrigere Löhne und geringere Sozialleistungen als die Stammbelegschaften bekämen.

Emil Machyna, Präsident der slowakischen Metallgewerkschaft OZ KOVO schilderte, dass Leiharbeiter teilweise bis zu 7 Tage in der Woche arbeiten müssten. Beschäftigte, die gegen diese miserablen Bedingungen protestieren, würden einfach gekündigt.

Die Präsidenten vereinbarten eine gemeinsame Konferenz mit den Fachsekretären der sechs Gewerkschaften zu diesem Thema im Frühjahr nächsten Jahres.

Einigkeit bestand in der Auffassung, dass angesichts der ungebremsten Globalisierung, es immer wichtiger werde, dass die Gewerkschaften - über nationale Grenzen hinweg – noch näher zusammenrücken.

Zur Veranschaulichung der erfolgreichen Zusammenarbeit informierte Werner Neugebauer über das Audi-Werk in Györ/Ungarn, dort existierte bis vor 3 Jahren kein Tarifvertrag. Die bayerische IG Metall habe gemeinsam mit den ungarischen Kollegen eine Plattform erarbeitet und dabei geholfen, einen Tarifvertrag durchzusetzen.

Die Gewerkschaften aus Osteuropa erklärten ihre Solidarität mit dem Kampf der deutschen Gewerkschaften gegen Sozialabbau, für einen Mindestlohn und gegen die fatalen Auswirkungen der Agenda 2010. Denn Sozialabbau, Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen in Deutschland würden neuen Druck in den Ländern Mittel- und Osteuropas erzeugen.

Gemeinsam gelte es, mit Kraft und Mut dafür einzutreten, dass Armut, Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Ausgrenzung in einem reichen und aufgeklärten Europa keinen Platz mehr haben.

Die Präsidenten der Gewerkschaften treffen sich jährlich zu einer Arbeitstagung, jeweils in einem der Kooperationsländer, diesmal wurde Regensburg als Tagungsort gewählt, das nächste Treffen wird in Slowenien stattfinden.

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Tarifrunde 2012

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