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02.02.2009 Von: MJ
IG Metall Bayern zum Insolvenzantrag von Edscha: "Ausgesaugt bis zur Blutleere“
(Pressedienst 4 / 2009) Anlässlich des heutigen Insolvenzantrages des Automobilzulieferers Edscha, hat die IG Metall Bayern das Geschäftsmodell des amerikanischen Private-Equity-Fonds Carlyle scharf kritisiert. „Carlyle hat Edscha ausgesaugt bis zur Blutleere“, sagte Bezirksleiter Werner Neugebauer in München.
Die Gewinne von Edscha mussten über Jahre an den Finanzinvestor abgeführt werden. Der Insolvenzantrag war unter diesen Bedingungen zu befürchten gewesen.
Neugebauer: „Die Heuschrecke hat sich den Kaufpreis durch die Beschäftigten refinanzieren lassen.“ Mit bis zu 13 Prozent Zinsen musste Edscha den eigenen Kaufpreis bezahlen. Dies führte dazu, dass Edscha nahezu kein Eigenkapital bilden konnte, das nötig gewesen wäre, um so eine Krise zu überstehen. Gleichzeitig mussten die Beschäftigten schmerzhafte Einschnitte bei Lohn und Gehalt hinnehmen.
Neugebauer forderte die Bundesregierung auf, diesem Geschäftsgebaren endlich einen Riegel vorzuschieben: „Uns sind Fälle bekannt, in den Firmen zum Teil mehrmals ihren eigenen Kaufpreis refinanzieren mussten - das überlebt das beste Unternehmen nicht. Solche Geschäftsmodelle gehören endlich verboten.“
Neugebauer betonte, dass Edscha technologisch hervorragend aufgestellt sei: „Die Beschäftigten bei Edscha fertigen erstklassige Produkte, die weltweit Anerkennung finden.“ Es müsse daher jetzt darum gehen, aus der Insolvenz heraus möglichst viele Arbeitsplätze zu retten und die Standorte zu erhalten. Neugebauer: „Dazu brauchen wir jetzt einen erfahrenen Insolvenzverwalter, der die klare Zielsetzung verfolgt, die Arbeitsplätze - insbesondere in Ostbayern - zu erhalten.“
Edscha ist ein weltweit führender Hersteller von Karosserieprodukten und Cabrio-Dachsysteme. Edscha beliefert nahezu alle Automobilhersteller. Einer der größten Abnehmer ist BMW.
2002 wurde Edscha von dem US-amerikanischen Private-Equity-Fonds Carlyle übernommen.
An den bayerischen Standorten Hengersberg (1.400 Beschäftigte), Hautzenberg (400), Regensburg (300) sind zusammen etwa 2.100 Mitarbeiter beschäftigt.
Insgesamt beschäftigt Edscha an den vier Standorten in Deutschland (mit Konzernzentrale und Vertriebszentrum in Remscheid) ca. 2.400 Mitarbeiter, weltweit sind es etwa 6.500.Mitarbeiter.
 

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