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30.06.2010
60. Bezirkskonferenz im Zeichen Werner Neugebauers

Am 25. und 26. Juni fand in Bad Gögging die 60. ordentliche Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern statt. Sind Bezirkskonferenzen schon normalerweise wichtige Ereignisse, handelte es sich dieses Mal um einen ganz besonderen Anlass: Die bayerische IG Metall und viele geladene Gäste verabschiedeten sich nach 22. Jahren von Bezirksleiter Werner Neugebauer.

Werner Neugebauer

Abschied ...

Jürgen Wechsler

... und Anfang.

Natürlich wurden auf der Bezirkskonferenz auch andere Themen bearbeitet, darunter eher routinemäßige, aber auch hochaktuelle wie etwa der für den Herbst geplante Widerstand gegen das Sparpaket der Bundesregierung und für einen grundlegenden Kurswechsel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Im Mittelpunkt der Konferenz aber stand in diesem Jahr unübersehbar die Amtsübergabe von Werner Neugebauer an seinen Nachfolger Jürgen Wechsler - zumal beide den Widerstand gegen die neoliberalen Fehlentwicklungen der vergangen Jahre in den Mittelpunkt ihres Handelns stellten und stellen.

Revue von Jahrzehnten in der IG Metall

Wie Werner Neugebauer sich in Jahrzehnten für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern eingesetzt hat, was er als Sekretär und Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Landshut erreichte, und wofür er seit 1988 als Bezirksleiter kämpfte, all das ließen zahlreiche Weggefährten und Gäste - über 250 waren gekommen - während der Veranstaltung am Samstag Revue passieren. Die oft berührenden, zuweilen heiteren und immer auch politischen Redebeiträge lockerten Einlagen des Nürnberger Kabarettisten Oliver Tissot auf: "Manchmal ist die Finanzwirtschaft ganz oben, aber meistens ist sie im Tal, deshalb heißt es ja Kapital und nicht Kapiberg".

Respekt im eigenen und gegnerischen Lager

Ehemalige und heutige Vorstandsmitglieder der IG Metall, darunter Bertin Eichler, Franz Steinkühler, Regina Görner, Walter Riester und Helga Schwitzer, waren angereist, außerdem etliche Amtskollegen aus den anderen Bezirken; dazu kamen Gäste aus anderen Gewerkschaften und natürlich dem Deutschen Gewerkschaftsbund sowie die Führungsspitzen der im "Wiener Memorandum" eng mit der IG Metall Bayern verbundenen Metallgewerkschaften Österreichs und Osteuropas. Der frühere bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu entpuppte sich zur Überraschung vieler als Duzfreund Neugebauers, der seinerseits die dazugehörige Anekdote zum Besten gab. Und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des bayerischen M+E-Arbeitgeberverbands, ließ ausnahmsweise widerspruchslos die eine oder andere Spitze Neugebauers gegen das Arbeitgeberlager - "ärgert die Arbeitgeber wenn Ihr merkt, dass sie's brauchen" - über sich ergehen.

Wechsler: bewährtes erhalten, eigene Akzente setzen

Der ab dem 1. Juli amtierende neue Bezirksleiter Jürgen Wechsler betonte, er werde nicht versuchen, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten - "allein schon wegen der Größe, da kann man sich leicht ein Bein brechen". Er will statt dessen Bewährtes erhalten, in manchen Dingen neue Akzente setzen und am Ende eigene Spuren hinterlassen. Wo die ersten Schritte gleich am Anfang hinzeigen werden, das steht bereits fest: Auf einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Wirtschaft im allgemeinen, gegen das unausgewogene Sparpaket und die ungezügelte Leiharbeit als Profitfaktor für Unternehmerkassen im besonderen.

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