aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
13.11.2008
IG Metall Bayern zur Verbandsflucht von Infineon: Nur Flächentarifverträge sind verlässliche Grundlage

(Pressedienst 52 / 2008) Der Vorstand und das Management von Infineon glaubt, aktuelle Fehlentscheidungen und Fehler der Vergangenheit auf dem Rücken der Beschäftigten austragen zu können, Infineon ist daher aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten.

Unbestreitbar steckt Infineon in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Diese ist zum Teil in den weltweiten Problemen der Halbleiterbranche begründet. Hauptursache der Krise bei Infineon ist aber „eine beispiellose Kette von Fehlentscheidungen des Managements, die jetzt wieder einmal die Beschäftigten ausbaden sollen“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Die IG Metall hat bewiesen, dass sie unter bestimmten Voraussetzungen zu einzelbetrieblichen Regelungen bereit ist, wenn ein Unternehmen nachweislich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie bieten einen ganzen Baukasten von Möglichkeiten, um mit solchen Problemen umzugehen.

Die IG Metall hat kein Verständnis für die Tarifflucht von Infineon. Werner Neugebauer: „Die Probleme bei Infineon haben ihre Ursache in der Unfähigkeit der Unternehmensführung, den Fehleinschätzungen der Vergangenheit und Gegenwart sowie falschen oder zu spät getroffenen Managemententscheidungen. Die Behauptung, diese Probleme durch Gehaltskürzung und Tarifflucht lösen zu können, gehört in den Bereich von Grimms-Märchenstunde.“

Nur Flächentarifverträge sind eine angemessene und verlässliche Grundlage für die Arbeitsbedingungen der Belegschaft. Aber auch dem Arbeitgeber bietet nur der Flächentarifvertrag die notwendige Sicherheit.

Durch seinen Verbandsaustritt verlässt Infineon leichtfertig den Schutz des Flächentarifvertrags. Nun gilt die Friedenspflicht des Tarifvertrages für Infineon nicht mehr. Dadurch wird der Tarifkonflikt in den Betrieb getragen, mit allen negativen Auswirkungen auf Unternehmen und Belegschaft.

IG Metall und Betriebsräte werden jetzt die Beschäftigten informieren. Anschließend finden an den Infineon-Standorten München und Regensburg Mitgliederversammlungen der IG Metall statt, bei denen betriebliche Tarifkommissionen gebildet werden. Diese betrieblichen Tarifkommissionen werden dann die notwendigen Entscheidungen und Beschlüsse fassen.

Am Infineon-Standort München (Campeon und Perlach) gibt es ca. 4000 Beschäftigte. Bei Infineon in Regensburg sind etwa 2.400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.