Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie bleiben stur: Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser will in den Tarifverhandlungen nicht über mehr als drei Prozent Lohnerhöhung reden.
Das Angebot von drei Prozent wird nicht erhöht, sagte Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser "Basis für unser Angebot bleibt der letzte Tarifabschluss im vergangenen Jahr. Über den Abschluss von 2006 dürfen wir keinesfalls hinausgehen", sagte Kannegiesser im Gespräch mit WELT ONLINE. Damals hatten die Tarifparteien eine Lohnsteigerung von drei Prozent vereinbart.
Der Chef der Metallarbeitgeber begründete die harte Linie mit dem "mühsam erarbeiteten Preis-Leistungs-Verhältnis für unsere Produkte". Kannegiesser betoniert damit die Arbeitgeberposition vor der nächsten Verhandlungsrunde und macht damit eine Verhandlungslösung vor Ablauf der Friedenspflicht am 28. April immer unwahrscheinlicher.
Natürlich weiß auch Kannegiesser, dass die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie heute wirtschaftlich noch besser dastehen als vor einem Jahr. Auch dass alle Wirtschaftsforschungsinstitute und sogar die Bundesregierung ihre Prognosen für 2007 ständig nach oben korrigieren, dürfte selbst ihm nicht verborgen geblieben sein.
Auch Kannegiesser kennt den Abschluss in der chemischen Industrie mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Prozent (3,6 Prozent, plus Einmalzahlung von 0,7 Prozent, plus eine Pauschalzahlung von 70 Euro) wie er auf die Idee kommt, der Abschluss in der Metallindustrie würde um ein Drittel unter dem der chemischen Industrie bleiben, ist Kannegiessers ganz persönliches Geheimnis. Denn die Metallindustrie steht erheblich besser da als die chemische Industrie: Die Produktivität stieg in der Chemieindustrie 2006 um 4,7 Prozent, in der Metall- und Elektroindustrie um 7,1 Prozent, auch der für 2007 prognostizierte Produktionsanstieg liegt in der M +E Industrie (5,5 Prozent bis 6,5 Prozent) deutlich über dem der chemischen Industrie (2 Prozent).
Der Tarifvertrag für die für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten (Bayern: 710 000 Beschäftigte) ist am 31.3. ausgelaufen, vier Wochen später am 28. April endet die Friedenspflicht, am 23. April findet am Münchner Flughafen die dritte Verhandlungsrunde in Bayern statt. Viel Zeit bleibt den Arbeitgebern also nicht mehr, wenn sie flächendeckende Warnstreiks vermeiden wollen. Die IG Metall Bayern ist auf mögliche Warnstreiks vorbereitet. Angesichts der vollen Auftragsbücher werden diese Warnstreiks die Arbeitgeber dieses Jahr besonders hart treffen. Spätestens Mitte Mai könnte dann eine Entscheidung für richtige Streiks getroffen werden, auch hierauf ist die IG Metall Bayern vorbereitet.



