Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hat die Arbeitnehmer aufgefordert, auf die zweite Stufe der vereinbarten Lohnerhöhung in Höhe von 2,1 Prozent im Mai zunächst zu verzichten. Die IG Metall hat die neuerliche Forderung nach einer generellen Verschiebung der Tariferhöhung in der Metall- und Elektroindustrie energisch zurückgewiesen.
In einem Gastkommentar in der "Bild am Sonntag" begründete Kannegiesser seine Forderung: „In einer schrumpfenden Wirtschaft wird das Einkommen aller ein Stück sinken. Die Betriebsräte können helfen, indem sie die tariflichen Möglichkeiten zur Kostenentlastung nutzen wie zum Beispiel die Verschiebung der zweiten Lohnstufe des Tarifvertrags von 2,1 Prozent. Die Gewerkschaften sollten solche Maßnahmen unterstützen."
Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, wies Vorstellungen Kannegiessers umgehend zurück: "Die wiederholte Forderung nach einer generellen Verschiebung der Tariferhöhung ist der Versuch der Metallarbeitgeber, sich von Gegenleistungen für die Beschäftigungssicherung zu verabschieden. Es bleibt dabei: Eine Verschiebung gibt es nur im Einzelfall und nur, wenn damit Arbeitsplätze gesichert werden können. Darüber wird in den Betrieben entschieden", sagte Huber. "Offenbar geht es den Arbeitgebern nicht darum, verantwortungsvolle Vorschläge zur Bewältigung der Krise zu machen, sondern Profit aus der Krise zu schlagen", kritisierte der Gewerkschafter.
Die Kostenentlastung eines Unternehmens im Falle einer Verschiebung der 2,1-prozentigen Erhöhung betrage gemessen am Umsatz gerade einmal 0,4 Prozent, betonte Huber. Dadurch würde aber der Wirtschaft angesichts der Absatzkrise dringend benötigte Kaufkraft der Arbeitnehmer entzogen.



