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29.10.2007
Electrolux / AEG: Jetzt streiken die Kunden

Der schwedische Hausgerätehersteller Electrolux, zu dem die Marke AEG gehört, hat für das dritte Quartal ein schlechtes Ergebnis vorgelegt. Vorstandschef Hans Stråberg sprach von einer "großen Enttäuschung". Vor allem in Deutschland ist die Nachfrage zurückgegangen. Die IG Metall sieht in der Schwäche auch eine Folge der Werkschließung in Nürnberg.

Schild unter dem AEG-Logo
beim Streik im Januar 2006

Electrolux hat im dritten Quartal 2007 weniger verdient als vor einem Jahr. Wie das Unternehmen am Montag in Stockholm mitteilte, sei das Vorsteuerergebnis mit 1,037 Milliarden Schwedischen Kronen (113 Mio. Euro) um acht Prozent niedriger als im dritten Quartal 2006.

 

Jürgen Wechsler, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg und Mitglied im Aufsichtsrat von Electrolux sprach in Nürnberg vor Journalisten von einem „katastrophalen Absatz bei Waschmaschinen, Geschirrspülern und Trocknern in Deutschland“ und werte dies auch als Folge der Werkschließung in Nürnberg im Frühjahr dieses Jahres.

 

Das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg war mit ca. 1750 Beschäftigten einer der wichtigen Arbeitgeber der Region. 1994 kaufte der schwedische Konzern Electrolux die Fabrik. Im Dezember 2005 kündigte Electrolux an, das Werk zu schließen und die Produktion zu verlagern - hauptsächlich nach Polen – obwohl es schwarze Zahlen schrieb. Ende Januar 2006 traten die Beschäftigten in Streik. Der Streik dauerte über sechs Wochen und wurde zum Symbol für den Kampf einer Region gegen Globalisierungsfolgen. Der Streik wurde von einer enormen Sympathiewelle aus der Bevölkerung begleitet.

 

Marktanteil geht zurück – Probleme mit der Qualität

Die Marken AEG und Electrolux verlieren in Deutschland weiterhin laufend Marktanteile. Dies gilt insbesondere für AEG, aber auch für die anderen Marken des Electrolux-Konzerns, wie Juno, Zanussi, Zanker.

 

Im Juni dieses Jahres musste Electrolux Geschirrspüler die in den Werken in Italien und Polen gefertigt wurden zurückrufen. Der Grund: Sie könnten brennen. Das Pikante an der Sache: Die Geräte stammen aus den Ländern, in die Electrolux die Nürnberger Fertigung verlagert hatte.

 

Jürgen Wechsler berichtet davon, dass die Kundendienste mit den Geräten „alle Hände voll zu tun hat“. Offenbar gelingt es Electrolux in den osteuropäischen Werken bis heute nicht, die notwendige Qualität sicherzustellen. Erschwerend kommen erhebliche Lieferprobleme dazu.

 

Der ehemalige Nürnberger AEG-Betriebsratsvorsitzende Harald Dix kommentierte die aktuelle Situation wie folgt: „Auf diese Entwicklungen haben wir als Betriebsrat bei einer Werkschließung immer hingewiesen. Das Management hat diese Warnungen nicht beachtet. Der Preisverfall der Marke AEG geht weiter. Die Qualität wird immer schlechter.“

 

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