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07.10.2008
„Politik und Unternehmen müssen mehr Verantwortung bei prekärer Beschäftigung übernehmen“

Die IG Metall hat von Politik und Unternehmen mehr Verantwortung für menschenwürdige Arbeit eingefordert. „Immer mehr Jobs entstehen im Niedriglohnsektor. Minijobs und Leiharbeit boomen, hingegen ist die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in den vergangenen zehn Jahren um 1,53 Millionen in Deutschland gesunken“, kritisierte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel.

Detlef Wetzel

„In keiner anderen Branche sind Armutslöhne so verbreitet wie in der Leiharbeit,“ sagte Wetzel anlässlich einer Veranstaltung zum „Aktionstag gegen prekäre Beschäftigung“ am Dienstag in Hannover. So müsse nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit jeder achte Vollzeit-Leiharbeiter zusätzlich sein Einkommen mit Arbeitslosengeld II aufstocken.

Wetzel forderte die Politik auf, die Leiharbeit endlich in das Entsendegesetz aufzunehmen, um Tarifdumping zu vermeiden. „Es ist aus unserer Sicht dringend erforderlich, dass es allgemein verbindliche Mindestlöhne in der Leiharbeit gibt.“ Die IG Metall setze der tagtäglichen Verletzung des Menschenrechts auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit Initiativen entgegen, erklärte Wetzel. Er verwies auf mehr als 380 erzielte „Besser-Abkommen“ mit Betrieben in der Metall- und Elektroindustrie, in denen die Bedingungen für die Leiharbeiter verbessert worden seien – in einzelnen Fällen bis zur gleichen Bezahlung im Vergleich zur Stammbelegschaft. Weitere 100 Abkommen seien in Vorbereitung. „Unsere Erfolge zeigen, dass es möglich ist, Leiharbeit fair zu gestalten“, sagte Wetzel. Diese Erfolge straften all diejenigen Unternehmer und Politiker Lügen, die bislang behaupteten, Leiharbeit sei nur als schlecht bezahlte prekäre Beschäftigung möglich. „Die Deregulierung der Leiharbeit war und ist ein Irrweg, deshalb müssen die Politiker handeln“, forderte Wetzel.

Die Gewerkschaften haben den 7. Oktober 2008 zum „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ ausgerufen, um in unterschiedlichster Form weltweit gegen unsichere und ungeschützte Arbeitsverhältnisse zu protestieren. Die IG Metall unterstützt diese Aktivitäten mit dem „Aktionstag gegen prekäre Beschäftigung“ und stellt das Thema Leiharbeit in den Mittelpunkt. Initiator dieses globalen Aktionstages ist der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB), der mit über 300 Mitgliedsorganisationen aus 150 Ländern die Interessen von 168 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern repräsentiert.

Weitere Informationen unter: www.gleichearbeit-gleichesgeld.de und www.wddw.org.

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