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31.07.2009
"Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt nicht verharmlosen"

Vor dem Hintergrund der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock davor gewarnt, die Situation zu verharmlosen. „Im Vergleich zum Vorjahr sieht es noch einmal schlechter aus. Da sollte sich niemand etwas vormachen“, sagte Sehrbrock.

Ingrid Sehrbrock

 

Dass die aktuelle Lage nicht noch dramatischer sei, liege lediglich an der ebenfalls rückläufigen Zahl der BewerberInnen.

22.000 betriebliche Ausbildungsplätze weg

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) weist in ihrer Statistik für Juli 2009 einen Rückgang der betrieblichen Ausbildungsplätze um fast 22.000 bzw. 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Der DHKT hatte bereits Ende Juni einen Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 7,6 Prozent gemeldet, der DIHK sogar um 9,3 Prozent.

Sehrbrock verwies darauf, dass die Steuer- und BeitragszahlerInnen den Unternehmen bereits heute erheblich unter die Arme griffen, indem sie außerbetriebliche Ausbildung finanzierten. „Das darf aber nicht zur Regel werden. Wenn es uns nicht gelingt, 600.000 Lehrstellen unter Dach und Fach zu bringen, wird die Zahl der AltbewerberInnen weiter wachsen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende. 320.000 hätten sich bereits in den beiden vergangenen Jahren erfolglos beworben. Diese Jugendlichen seien ein „ungeheures wirtschaftliches Potenzial, um dem aufkommenden Fachkräftemangel zu begegnen.“

Sehrbrock begrüßte, dass der DGB-Vorschlag eines Schutzschirms für Auszubildende aus Insolvenzbetrieben aufgegriffen worden sei. Nun gehe es darum, die Zahl der Ausbildungsplätze zu sichern. Dazu sollten auch die Möglichkeiten des Ausbildungsbonus’ konsequent genutzt werden. „Insbesondere Betriebe, die bisher nicht oder zu wenig ausgebildet haben, sollten diese befristete Chance nutzen“, forderte Sehrbrock. Abgesehen davon zeige sich erneut die Anfälligkeit des Ausbildungssystems für konjunkturelle Einbrüche. „Deshalb brauchen wir endlich eine konjunkturunabhängige Finanzierung der Ausbildung, zum Beispiel durch Branchenfonds.“

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