Noch bis zum 15. Juli ist in Regensburg in der städtischen Galerie 'Leerer Beutel' eine Fotoausstellung der ganz besonderen Art zu sehen: Bilder der Münchner Fotografin Renate Niebler zu, die diese im ehemaligen Stahlwerk „Maxhütte“ in Sulzbach-Rosenberg aufgenommen hat.
Der Bezirk Oberpfalz zeigt in Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg 17 großformatige Farbfotografien, die vor allem durch ihre Farben beeindrucken: Eine Skala der Verwitterung und des Verfalls. Nicht staubiges Grau herrscht vor, sondern teils gedeckte, teils intensiv leuchtende Farben. Hier ein grellgelber Bagger, himmelblaue Gasflaschen auf einer Rampe – übrig geblieben aus der Produktion oder bereit gestellt als Hilfsmittel für den Abriss.
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag (auch an Feiertagen) jeweils von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei
Der einst als Getreidespeicher genutzte "Leere Beutel", ist ein stattliches Bauwerk des 15./16. Jahrhunderts und wurde nach grundlegender Sanierung 1980 seiner neuen Bestimmung als städtisches Galeriegebäude übergeben.
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit einem Text von Fabienne Pakleppa erschienen, der in der Ausstellung sowie im Buchhandel erhältlich ist.
Die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg
Die Maxhütte war ein traditionsreiches Stahlwerk in Sulzbach-Rosenberg. Zur Blütezeit waren hier über 9.000 Menschen beschäftigt.
Die Maxhütte war das letzte Stahlwerk Bayerns mit konventionellem Hochofen, gleichzeitig das letzte montanmitbestimmte Unternehmen Bayerns. Überregional bekannt wurde sie für den jahrzehntelangen Kampf der Belegschaft um ihre Arbeitsplätze. Durch Beteiligungen des Freistaates Bayern war die Maxhütte auch ein Politikum. Nach zwei Konkursen - Konkursverwalter ist beide Male Rechtsanwalt Dr. Jobst Wellensiek - wurde die Stahlerzeugung am 24. September 2002 endgültig eingestellt. Das Rohrwerk Maxhütte mit seinen 500 Beschäftigten ging weiter.
Für die ländliche Region in der mittleren Oberpfalz, waren die beiden Konkurse der Maxhütte mit den verbundenen Verlusten tausender Arbeitsplätze eine strukturpolitische Katastrophe. Nach der endgültigen Schließung wurden die Beschäftigten noch bis Mitte 2004 in einer Beschäftigungsgesellschaft aufgefangen.
Die Belegschaft war immer hochgradig (über 95%) gewerkschaftlich organisiert. Trotz einiger Zugeständnisse konnte beispielsweise die 35-Stunden-Woche bis zum Schluss erhalten werden.
Während des jahrzehntelangen Kampfes der Belegschaft um Ihre Arbeitsplätze gelang es immer wieder, die Bevölkerung mit einzubeziehen. Mit machtvollen Demonstrationen wurde die Maxhütte auf der Tagesordnung der Landespolitik gehalten.
Dem Betriebsratsvorsitzenden der NMH Stahlwerke GmbH, Albert Vetter (Foto), wurde 1996 für seine Verdienste um die Mitbestimmung der Hans-Böckler-Preis, die höchste Auszeichnung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, verliehen.



