Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat der Siemens AG haben am Donnerstag gemeinsam neue Restrukturierungspläne für Siemens IT Solutions and Serivces (SIS) zurückgewiesen. Siemens hatte zuvor den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrats unterrichtet, man wolle einen Großteil der Sparte ausgliedern und in ein eigenes Unternehmen überführen. Dabei sollen mehr als 2.000 Stellen entfallen.
Von derzeit etwa 9.700 Beschäftigten (einschließlich Tochterunternehmen) in Deutschland sollen zirka 7.500 ausgegliedert und voraussichtlich bis Ende September 2010 in ein eigenes Unternehmen überführt werden. Über 2.000 sollen in der AG verbleiben, ihre Stellen dort jedoch entfallen. In Bayern sind vor allem München und der Großraum Nürnberg betroffen, außerhalb Bayern der Standort Paderborn. Weltweit stehen 4.200 der insgesamt rund 35.000 Arbeitsplätze auf der Streichliste.
IG Metall und der Gesamtbetriebsrat gegen Restrukturierungspläne
Die IG Metall und der Siemens-Gesamtbetriebsrat lehnen diese Restrukturierungspläne entschieden ab. In einer gemeinsam kurz nach Bekanntwerden der Pläne herausgegebenen Erklärung kritisieren sie, dass trotz ihrer wiederholten, nachdrücklichen Forderungen wieder kein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für Siemens' IT-Sparte erkennbar ist. Dieter Scheitor, Leiter des Siemens Teams der IG Metall für Siemens und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, fasst zusammen: "Die SIS-Beschäftigten leisten seit über drei Jahren ihren Beitrag zur Kosteneffizienz. Trotzdem hat es weder grundlegende Veränderungen im Management noch ein tragfähiges Konzept gegeben. Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab."
"Ungeklärte Zukunft nicht hinnehmbar"
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler spricht darüber hinaus einen weiteren Aspekt an: "Die ungeklärte Zukunft von über 2.000 Beschäftigten, die nicht in die künftige SIS wechseln, ist für uns nicht hinnehmbar. Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, wird der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter in keiner Weise gerecht."
Immer mehr Stellen im Visier
Siemens hatte erst im Januar den Abbau von insgesamt über 2.900 Stellen in seinem Industrie-Sektor angekündigt. Hier sind vor allem die bayerischen Standorte Erlangen und Bad Neustadt / Saale betroffen (siehe IG Metall verlangt Alternativen zum Stellenabbau bei Siemens), wo sich seitdem die gesamte Region mit zahlreichen Aktionen gegen den verheerenden Kahlschlag stemmt.


