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22.04.2008
AUB verliert entscheidend an Bedeutung

(Pressedienst 17 / 2008) Die IG Metall hat bei der Wahl des Betriebsrats am Siemens-Großstandort München Perlach einen hervorragenden Erfolg erzielt. Zum ersten Mal gibt es dort eine, noch dazu satte, absolute Mehrheit für die IG Metall. Die „Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger“ (AUB) musste an einer ihrer früheren Hochburgen eine empfindliche Niederlage einstecken.

Nachdem die AUB die Wahl zuvor mit allen Mitteln zu verhindern versucht hatte, musste sie ihre langjährige Mehrheit an eine offene Liste der IG Metall abgeben.

 

Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, fasste das Ergebnis zusammen: „Die AUB beziehungsweise ihre Nachfolgeorganisationen verlieren bei Siemens und in Bayern insgesamt entscheidend an Bedeutung.“

 

Die Betriebsratswahlen in München Perlach waren im Zuge der Integration verschiedener Betriebsteile von Siemens in einen Betrieb der Siemens AG notwendig geworden. Über 6.000 Beschäftigte waren zur Wahl aufgerufen, die die AUB zuletzt vergeblich per Eilantrag vor dem Münchner Arbeitsgericht verhindern wollte. Perlach war lange eine der Hochburgen der AUB, insbesondere im Betriebsteil der Siemens IT Solutions and Services (SIS) hatte sie noch 2006 rund 67 Prozent der Stimmen gewonnen. Von hier kamen viele ihrer Schlüsselfiguren, u. a. Hildegard Cornudet (bis Januar 2008 Aufsichtsratsmitglied bei Siemens) und der langjährige Schatzmeister der AUB, Peter Pogrzeba.

 

„Die Betriebsratswahl vom 15. bis zum 17. April beweist, dass die Beschäftigten im Lauf der vergangenen Monate klar erkannt haben, wer ihre Interessen ohne zwielichtige Beziehungen und Hintergedanken vertritt: Die Betriebsräte der IG Metall“, so Neugebauer weiter. Gut 51 Prozent der Stimmen bescherten der Offenen Liste der IG Metall 16 von insgesamt 31 Mandaten, auf örtlichen Listen finden sich weitere vier IG Metall-Mitglieder. Die AUB selbst trat nicht einmal unter ihrem eigentlichen Namen an, sondern kandidierte mit dem Etikett „Die Unabhängigen“. Trotz der durchschaubaren Umbenennung muss sie sich künftig mit sieben Sitzen im Betriebsrat (21 Prozent) bescheiden.

 

München Perlach beschleunigt auf diese Weise einen Trend, der neben den Enthüllungen über dubiose Beziehungen zwischen der AUB und den Unternehmen, in denen sie vertreten ist, auf die engagierte Arbeit der der IG Metall-Betriebsräte zurückzuführen ist. In Bayern, wo sie in den siebziger Jahren bei Siemens entstand, bricht ihr der Boden unter den Füßen weg.

 

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