Die bayerische Metall- und Elektroindustrie habe einen neuen Rekord bei den Lehrstellen erreicht, meldet der VBM. Die bayerischen M+E-Betriebe hätten im vergangenen Ausbildungsjahr 13.500 neue Lehrverträge abgeschlossen. Das bedeute ein Plus von 12,9 Prozent.
„Wir erwarten auch in diesem Jahr eine Steigerung von mindestens 10 Prozent und damit rund 15.000 neue Ausbildungsverhältnisse. Insgesamt stehen heute ca. 40.000 junge Menschen in einer Ausbildung in diesem Industriezweig in Bayern,“ sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des VBM laut Mitteilung.
Eine aktuelle Umfrage über das Ausbildungsverhalten der Mitgliedsfirmen habe ergeben, dass 87 Prozent der Unternehmen ausbilden, knapp 40 Prozent davon über Bedarf. 37 Prozent der Unternehmen hätten mehr neue Lehrstellenverträge abgeschlossen als im Vorjahr.
Dass die Zeitenwende auf dem Ausbildungsmarkt überschritten sei, sei das Verdienst großer Anstrengungen der bayerischen Arbeitgeber. So hätten die Verbände dank der 2003 ins Leben gerufenen Lehrstelleninitiative und der gemeinsam mit der IG Metall Bayern 2007 initiierten Ausbildungsaktion in den vergangenen fünf Jahren knapp 3.000 neue Lehrstellen geschaffen.
Viele suchen noch
In der Tat: Es kommt Bewegung in den Markt, aber es profitieren nicht alle. Im Gegenteil: das Gefälle zwischen dem Norden und Süden Bayerns werde immer größer, meldet die DGB-Jugend Bayern. Im Ausbildungsjahr 2006/2007 seien in Bayern: 35.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz geblieben. Auch zur Halbjahresbilanz des Ausbildungsjahres 2007/2008 seien noch 60 Prozent der gemeldeten Bewerber ohne eine Zusage für eine Ausbildungsstelle und ohne ein Alternativangebot. Die „Bugwelle“ der Altbewerber sei seit Jahren mehr oder weniger stabil, ein signifikanter Rückgang – ob durch Ausbildungspakt, Ausbildungsbonus oder andere Programme – sei bisher nicht erfolgt.
Zudem sitzen etwa 35.000 Jugendliche im sogenannten Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung fest. Ca. 9.000 Jugendliche befinden sich in geförderten Maßnahmen (BvB, EQJ), 13.000 Jugendliche haben ihren Ausbildungswunsch vorläufig zurückgestellt und sind auf eine Alternative (Schulbesuch, Wehr- oder Zivildienst, ...) ausgewichen.


