(Fürth) Mit der Rahmenvereinbarung zum neuen Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) ist ein tarifpolitischer Meilenstein für die Arbeiter und Angestellten in Bayern gesetzt worden. In diesem neuen Flächentarifvertrag wird die künftige Eingruppierung von Arbeiter und Angestellten in einem gemeinsamen Bewertungs- und Entlohnungssystem in zwölf Entgeltgruppen geregelt.
„Trotz noch schwieriger Restverhandlungen sind wir mit den vorliegenden Verhandlungsergebnissen schon auf der Zielgeraden“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, nach einer intensiven und leidenschaftlich geführten Diskussion in der Tarifkommission, die die vorgelegten Teilergebnisse billigte.
Seit Ende der 70er Jahre versuchte die IG Metall die alten Tarif- und Eingruppierungsnormen durch neue zu ersetzen. „Das hat bis heute gedauert. Jetzt ist das Jahrhundertwerk fast fertig und der Rahmenvereinbarung steht. Die Ergebnisse können sich nach dreijährigen Verhandlungen sehen lassen“, so Neugebauer.
Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM) und die IG Metall Bayern haben sich auf einen Flächentarifvertrag über ein neues Eingruppierungs- und Entlohnungssystem (ERA) für die rund 420 000 Beschäftigten in mehr als 600 Betrieben geeinigt. Mit den abweichenden tariflichen Entgeltsystemen werden über 700 000 Be-schäftigte in mehr als 800 tarifgebundenen Betrieben neu bewertet und eingruppiert, so Richard Polzmacher, Tarifkoordinator der IG Metall.
Gleichzeitig haben sich die Verhandlungspartner über die wichtigsten Eckpunkte für den Einführungstarifvertrag geeinigt. Dieser Tarifvertrag regelt die Modalitäten der ERA-Umsetzung und Einführung in den Unternehmen. Diese können ab Oktober 2005 mit Zustimmung der Tarifparteien, ab Oktober 2006 ohne Zustimmung, das Tarifwerk einführen. Verbindlich sind ab Oktober 2009 in allen tarifgebundenen Betrieben die Arbeitnehmer nach den Regeln des neuen ERA einzugruppieren und zu bezahlen.
Das tarifpolitische Jahrhundertwerk beginnt beim Einstiegsentgelt von 1649 Euro. Die künftige „Fachgruppe“ wird 2156 Euro betragen. Das höchste Tarifentgelt ohne Zulagen und Leistungsentgelt beträgt 4 000 Euro. Auf diese Eckbeträge kommen noch Zulagen im Zeitlohn oder der erarbeitete Mehrverdienst im Leistungslohn.
Für Neugebauer ist klar, dass es durch die Umstellung bei dem einen oder anderen Leistungslöhner oder Angestellten, Probleme bei der Umgruppierung geben kann. „Klar ist, dass keiner weniger haben wird“. Aber wenn das neue System bis 2009 umgesetzt ist, dann könne eine positive Bilanz gezogen werden. Neugebauer: „Gewinner sind auf alle Fälle die Jungen und Neueingestellten, aber auch viele langjährige Mitarbeiter“.
Bis Mitte Oktober erwartet die IG Metall die Zustimmung der Arbeitgeber.


