Nach sechzehnstündigen Verhandlungen hat die IG Metall einen Tarifabschluss für die Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie erzielt. Danach erhalten die rund 105.000 Beschäftigten für die Monate April und Mai eine Einmalzahlung von 200 Euro. Ab 1. Juni 2008 bis 28. Februar 2009 steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 3,6 Prozent.
In Gladbeck / Nordrhein-Westfalen wurden die Tarifverhandlungen heute morgen in der vierten Verhandlungsrunde erfolgreich abgeschlossen.
Die Auszubildenden erhalten zur Erhöhung von 3,6 Prozent zusätzlich monatlich 30 Euro und jeweils die Hälfte der Einmalzahlung. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 12 Monate.
IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir haben spürbare Einkommensverbesserungen durchgesetzt, die eine dauerhafte Beteiligung am wirtschaftlichen Aufschwung der Branche gewährleisten.“ Das Ergebnis sei nur möglich gewesen, weil sich seit Anfang März mehr als 18 000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt hätten, sagte Jung.
Außerdem einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, in einer Expertengruppe einen Vorschlag über einen Entgeltrahmentarifvertrag (tera) bis Ende Januar 2009 vorzulegen. Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit wurde bis Ende 2009 verlängert und eine Gesprächsverpflichtung zum Thema Übernahme von Auszubildenden vereinbart. Aus wirtschaftlichen Gründen können die Einmalzahlungen durch eine freiwillige Betriebsvereinbarung gekürzt werden. In derartigen Fällen ist eine Beschäftigungssicherung zwingend. Zudem kämen den Beziehern niedriger Einkommen sowie den Auszubildenden die Einmalzahlunen überproportional zugute, betonte Jung.
In der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie arbeiten ca. 27.000 Beschäftigte. Sie hatten in der letzten Woche mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht.



