(München) Die IG Metall Bayern weist die unsachliche Kritik wegen angeblicher Blockade bei AEG zurück. Die Gewerkschaft wollte den Konflikt bei AEG/Electrolux friedlich regeln. Leider waren weder Herr Brossardt vom Arbeitgeberverband (VBM) noch AEG Deutschland in der Lage bei der letzten Verhandlung einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten.
„Wer monatelang nichts auf die Reihe bringt, regt sich jetzt wegen zwei Tagen auf. Ich habe auch noch was anderes zu tun, als auf einen Verhandlungstermin zu warten“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. „Ich hoffe, die AEG legt endlich einen konkreten Lösungsvorschlag auf den Tisch!“
Die Krokodilstränen des Arbeitgeberverbandes VBM um den Verlust von Arbeitsplätzen wertet die Gewerkschaft als „öffentliche Schau“, da AEG schon einigen Zulieferern „deutlich nahegelegt hat nach Polen zu gehen“, da künftig dort produziert werde. „Wir wollen AEG erhalten. Dann haben die Beschäftigten und Zulieferer in der Region Nürnberg und in Deutschland Arbeit“.
Für Neugebauer stellt der bayerische Metallarbeitgeberverband die Debatte um den Standort Deutschland auf den Kopf. „Nicht der Kampf der Belegschaften gefährdet den Standort Deutschland“. Wer aus Profitgier die Schließung rentabler Fabriken, wie AEG Nürnberg anordnet, der vernichtet Werte, Existenzen und schade dem guten Ruf des Produktionsstandortes Deutschland.
Bei AEG/Electrolux kommt hinzu, dass sie offenbar in einer polnischen Sonderwirtschaftszone, die von der EU gefördert worden sein soll, investieren. „Dort finden unter anderem keine Arbeitnehmerrechte statt. Hier herrscht schrankenloser Kapitalismus.“ Diese Rahmenbedingungen lehnen die deutschen Löhne und polnischen Arbeitnehmer gemeinsam ab.


