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01.07.2010
Leiharbeit: Wackeliger Steg statt breiter Brücke

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bestätigt einmal mehr, dass ein häufiges Argument für die Leiharbeit auf einem Mythos beruht: Die Mär von der breiten und festen Brücke in reguläre Beschäftigungsverhältnisse wird durch die Daten aus der realen Praxis am Arbeitsmarkt widerlegt.

Mäßige Aussichten

Mäßige Aussichten

"Von wegen Sprungbrett"

Als Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit ist das IAB natürlich gewissermaßen von Amts wegen verpflichtet, die Ergebnisse seiner Untersuchung positiv im Sinne der Leiharbeit darzustellen. So lautet die Überschrift denn auch "Leiharbeit ist zumindest ein schmaler Steg in Beschäftigung", anstatt das Fehlen der oft beschworenen Brückenfunktion klar festzustellen. In den Medien allerdings läuft die Verschleierungstaktik ins Leere: "Von wegen Sprungbrett" titelt beispielsweise die "Süddeutsche Zeitung".

Ernüchternde Ergebnisse

An den eigenen Daten kommen eben auch die IAB-Wissenschaftler nicht vorbei, und diese Daten sprechen eine klare Sprache. Gerade einmal sieben Prozent zuvor arbeitsloser Leiharbeiter gelangen nach zwei Jahren in eine feste Beschäftigung. Obendrein sind die meisten Beschäftigungsverhältnisse in der Leiharbeit von kurzer Dauer und endet innerhalb von drei Monaten. Auch Joachim Möller, Direktor des IAB, nennt dieses Ergebnis "sehr ernüchternd".

Neuer Boom als Kostendrücker

Der Anteil der Leiharbeiter an allen Beschäftigten liegt derzeit bei zwei Prozent - Tendenz stark zunehmend. Bundesweit zählt das IAB momentan rund 750.000 Betroffene, nach dem krisenbedingten Tiefststand von 600.000 im Jahr 2009 bewegt man sich also jetzt wieder rapide auf den bisherigen Rekord von über 800.000 im Jahr 2008 zu. Gleichzeitig räumen selbst die Arbeitgeberverbände ein, dass sie Leiharbeit nicht mehr nur zum Ausgleich von Auslastungsschwankungen, sondern als Kostendrücker benutzen.

IG Metall fordert Befristung und Equal Pay

Der zweite IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel kritisiert die Praxis vieler Unternehmen, mit der Leiharbeit durch die Hintertür Lohndumping in die Betriebe zu holen: "Sie nutzen mit Leiharbeit ein Instrument, das Arbeitnehmer nicht nur in prekäre Beschäftigung, sondern auch in Armut trotz Arbeit führt." Er mahnte erneut die Umsetzung der EU-Richtlinie für Leiharbeit im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz an: "Leiharbeit muss wieder zeitlich begrenzt werden, und Leiharbeiter müssen für die gleiche Arbeit auch das gleiche Geld erhalten."

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