(München) Mit der Tarifeinigung für die 710 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie werden die Einkommen um drei Prozent für die Monate Juni 2006 bis Ende März 2007 erhöht. Für die Monate März, April und Mai 2006 wurde eine Einmalzahlung von 310 Euro für Beschäftigte sowie 90 Euro für die Auszubildenden vereinbart.
Die Ausbildungsvergütungen werden für alle Ausbildungsjahre um monatlich 23 Euro erhöht. Die Einmalzahlung kann in Betrieben mit guter Ertragslage auf 620 Euro verdoppelt werden. Bei einer wirtschaftlich schlechten Situation des Betriebes können sich der Arbeitgeber und der Betriebsrat darauf verständigen, dass die Einmalzahlung bis auf zu Null Euro reduziert wird. Ohne eine solche betriebliche Einigung sind 310 Euro entsprechend des Tarifvertrags zu zahlen.
„Dieser Tarifabschluss ist gut. Wir haben im Volumen 3,4 Prozent erreicht,“ sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, „Die Einkommenserhöhung liefert aber nicht die Grundlage jetzt über Arbeitsplatzrisiken, Auslandsverlagerungen oder Tarifabweichungen zu reden.“ Die sich heute schon wieder beklagen, müssten sich fragen lassen, was sie bisher in ihren Betrieben unterlassen haben, um so erfolgreich zu sein, wie es die anderen Unternehmen ihrer Branche sind.
Wer bei der tariflichen Möglichkeit hinsichtlich der Differenzierung der Einmalzahlung nur den Spielraum nach unten sieht, der werde künftig ein großes Problem haben. „Dann gibt es Vereinbarungen dieser Art nicht mehr!“, stellt Neugebauer klar. Die IG Metall werde diesen Prozess genau beobachten, denn das Verhandlungsergebnis könne auf diese Art nicht teilweise korrigiert werden.
Neugebauer: „Ohne Zustimmung der Betriebsräte passiert da gar nichts. Ich bin mir sicher, dass es für den Verzicht immer Gegenleistungen, wie Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen, verstärkte Initiativen für Qualifizierung und Innovation geben werden muss“. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Tarifabschlusses ist die verbindliche Regelung zur Qualifizierung von Mitarbeitern sowie derder Tarifvertrag zur Altersvorsorge. Dieser sieht vor, dass für jeden Beschäftigten 319,08 Euro pro Kalenderjahr vom Arbeitgeber als altersvorsorgewirksame Leistung gezahlt werden. Eine Übergangsregelung zur Fortführung von bereits laufenden Verträgen für Vermögenswirksame Leistungen wurde mit vereinbart.
Die Große Tarifkommission der IG Metall Bayern wird heute um 13 Uhr in München über das Verhandlungsergebnis beraten und über die Annahme entscheiden.


