(Pressedienst 73/2006) Die Tarifkommission der IG Metall für Fujitsu Siemens Computers (FSC) hat heute einstimmig die Aufnahme von Verhandlungen mit FSC beschlossen.
Ziel dieser Verhandlungen sei eine langfristige Sicherung der Beschäftigung und der Produktion an den deutschen Standorten von FSC, so Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der IG Metall Bayern.
Sibylle Wankel: „Bei FSC geht es uns nicht um eine kurzfristige Bekämpfung der aktuellen Probleme, sondern um eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten. Zur Erreichung dieses Zieles ist die IG Metall bereit mit FSC Verhandlungen zu führen und ggfl. entsprechende tarifvertragliche Regelungen abzuschließen.“
Angesichts des geringen Lohnkostenanteils bei den von FSC gebauten Computern müsse es in den Gesprächen vor allem um die Strukturen und Prozesse bei FSC gehen, so Wankel.
Fujitsu Siemens Computers hat in der Bundesrepublik etwa 5000 Beschäftigte, den Großteil in den Werken Augsburg und Sömmerda (Thüringen).
FSC will 300 Stellen abbauen und fordert für die verbleibende Belegschaft eine längere Arbeitszeit, aber auch andere Abweichungen von den tariflichen Mindeststandards.
Fujitsu Siemens Computers begründet dieses Ansinnen mit der Behauptung, die augenblickliche wirtschaftliche Entwicklung sei im Vergleich zu den guten Ergebnissen des Vorjahres und insbesondere im Vergleich zu einigen nichteuropäischen Wettbewerbern (Acer, Dell) besorgniserregend negativ, die deutschen Standorte seien mit den aktuellen Kosten nicht mehr wettbewerbsfähig.
Die erste Verhandlungsrunde soll am 26.09. stattfinden.
Bei einem Desktop PC machen die Materialkosten etwa 85 Prozent der Gesamtkosten aus, in der übrigen Wertschöpfung von 15 Prozent haben die reinen Lohnkosten gerade einmal einen Anteil von zwei bis drei Prozent.“


