Der Verhandlungsführer der Metall-Arbeitgeber im Pilotbezirk der letzten Tarifrunde und Vorsitzende von Südwestmetall, Jan Stefan Roell will mit der IG Metall über eine Ausweitung der Arbeitszeit verhandeln und lobt die Zeitarbeit als „legitime Antwort auf ein zu rigides Arbeitsrecht und einen überzogenen Kündigungsschutz“.
Bei der Mitgliederversammlung von Südwestmetall heute in Heilbronn forderte der Chef von Südwestmetall in der Tarifpolitik noch mehr Flexibilität für die Betriebe und hat dabei vor allem die Arbeitszeit im Visier.
Der Faktor Zeit werde für die Unternehmen angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels immer bedeutsamer. Zeitarbeit nannte Roell eine „willkommene Einstiegstür für eine dauerhafte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“.
IG Metall reagiert ablehnend auf die Vorschläge von Südwestmetall
Der IG Metall Bezirk Baden-Württemberg hat prompt auf die Roells Vorschläge reagiert und in einer Pressemeldung die Anhebung der Arbeitszeit als „völlig ungeeignet“ zur Behebung eines drohenden Fachkräftemangels bezeichnet. "Hier sind die Unternehmen Opfer ihrer eigenen verfehlten Politik, der Reduzierung der Ausbildungsplätze und der sträflichen Vernachlässigung interner Weiterbildung und Personalentwicklung. Alle Versuche hier zu verbindlichen Zusagen zu kommen, wurden von Südwestmetall abgeblockt", kommentierte IG Metall Bezirksleiter Jörg Hofmann.
Zudem böten die Tarifverträge schon heute ausreichende Flexibilisierungsmöglichkeiten. "Vollkommen absurd wird es, wenn dieselben, die morgens den Fachkräftemangel beklagen, mittags die Leiharbeit bejubeln. Ich kenne keine Leiharbeitsfirma, die qualifiziert ausbildet", sagte Hofmann. Auch hier würden sich die Arbeitgeber um die Verantwortung für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung drücken und damit durch kurzfristiges Kostendenken eine nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze in einer Innovationsbranche gefährden.
Hofmann: "Die Metall und Elektroindustrie braucht qualifizierte und engagierte Beschäftigte. Das setzt attraktive Arbeitsplätze voraus". Dem steht aus Sicht der IG Metall kurzfristiges Profitinteresse entgegen. Die Gewerkschaft erwartet hier von Südwestmetall tragfähige Vorschläge.




