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25.06.2009
Hoerbiger-Mitarbeiter dürfen wieder pinkeln gehen …

… ohne vorher den Chef um Erlaubnis fragen zu müssen. Die Geschäftsführung hat die umstrittenen An- und Abmeldelisten zurückgezogen. Auch Gespräch mit dem Betriebsrat sind nun wieder während der Arbeitszeit möglich.

Wie berichtet (siehe: „Chef, ich gehe dann jetzt mal pinkeln“), hatte die Geschäftsführung der Firma Hoerbiger Automotive in Schongau in letzte Woche in einem internen Schreiben angeordnet, dass sich Beschäftigte der Montage ab sofort in Listen ein- und austragen müssen, wenn sie außerhalb der Pausenzeiten zum Rauchen oder auf die Toilette gehen. Auch Gespräche mit dem Betriebsrat außerhalb der Pausen wurden unter Androhung von Abmahnungen untersagt.

Nun rudert die Geschäftsführung zurück, der öffentliche Druck war wohl zu groß geworden, nachdem in den letzten Tagen mehrere Zeitungen und die Homepage der IG Metall Bayern über die seltsamen Pinkel-Listen bei Hoerbiger berichtet hatten. Allerdings erfolgte die Rücknahme der An- und Abmeldelisten nicht durch den Urheber, Herr Dr. Alexander Sauer, Leiter Operations, sondern offenbar erst, nachdem sich der Geschäftsführer der Hoerbiger Automotive, Gerhard Messmer, persönlich in den Konflikt eingeschaltet hatte. Auch die einstweilige Verfügung gegen die Neuerung, die der Betriebsrat im Zweifelsfalle erwirken wollte, sei damit vom Tisch, berichten die Schongauer Nachrichten.

Der Rückzieher der Geschäftsführung erfolgt aber wohl nicht aus eigener besserer Erkenntnis, denn auf eine Entschuldigung für das unmögliche Vorgehen, warten die Beschäftigten bisher vergebens.

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