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29.03.2007
2. Runde der Tarifverhandlungen M+E-Industrie in Bayern

(Pressedienst 19 / 2007) Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die 710 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist ohne Annäherung zu Ende gegangen. Vor dem Verhandlungslokal demonstriert über 1 000 Beschäftigte aus Betrieben in Augsburg und Umgebung für die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent.

Kundgebung vor dem Verhandlungslokal

Mit der Vorlage eines Angebotes bereits in der zweiten Runde verfolgen die Arbeitgeber eine andere Strategie als 2006, als sie sich damit wochenlang Zeit ließen. Das ist zu begrüßen, aber freilich auch der einzig positive Aspekt dieser Verhandlung.

Die Gründe für die veränderte Taktik sind offensichtlich: Angesichts herausragender Gewinne und überquellender Auftragsbücher passen mögliche Streiks überhaupt nicht ins Konzept der Arbeitgeber. Viele Betriebe müssen schon jetzt Sonderschichten fahren, um die Auftragsflut halbwegs zu bewältigen. Damit bestätigen die Arbeitgeber die Einschätzung der IG Metall: Die Branche boomt!

 

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Wenn die Arbeitgeber wirklich zu einem schnellen Abschluss kommen wollen, müssen sie noch ganz gewaltig nachbessern. Noch sind wir meilenweit voneinander entfernt. Das Angebot ist schmalbrüstig und unterentwickelt.“

 

Die tabellenwirksame Erhöhung von 2,5 Prozent ist absolut ungenügend. Auch ein einmaliger „Konjunkturbonus“ wird abgelehnt: Einmalzahlungen sind nur dann akzeptabel, wenn es zugleich zu einer erheblichen Tariftabellensteigerung kommt, denn dieser Teil der Tariferhöhung würde nächstes Jahr wieder wegfallen. Die Folge: Die Tariferhöhungen der nächsten Jahre würden auf einem niedrigeren Sockel aufsetzen, die Beschäftigten Jahr für Jahr Geld verlieren. Einmalzahlungen können die Wirkung der Preissteigerung im Gegensatz zu Steigerungen in den Tabellen nicht dauerhaft ausgleichen.

 

Die geforderte „variable Gestaltung“ der Jahressonderzahlung ist eine dreiste Mogelpackung: Zusätzliche Erhöhungen erlaubt der Tarifvertrag immer, in sehr vielen bayerischen Betrieben wird schon jetzt mehr als 55 Prozent gezahlt. Die Arbeitgebern wollen also in Wirklichkeit nur die Möglichkeit der Abweichung nach unten. Für die Beschäftigten geht es dabei nicht um Peanuts. Für einen Facharbeiter in EG 5 (Eckentgelt) geht es um etwa 330 Euro haben oder nicht haben, mehr als 1,1 Prozent seines Jahresbruttos.

 

Werner Neugebauer: „Die Arbeitgeber behaupten, ihr Angebot hätte ein Volumen von 3,0 Prozent, diese Zahl hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Die mögliche Kürzung des Weihnachtsgeldes muss ja wohl gegen gerechnet werden, dann sind wir noch bei einem Angebot für dieses Jahr von weniger als 1,9 Prozent und im nächsten Jahr (wenn der Einmalbetrag wegfällt) nur noch von knapp 1,4 Prozent.

 

Die nächste Verhandlung findet voraussichtlich am 23.04. in München statt.

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Tarifrunde 2012

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