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23.11.2009
MAN-Chef Håkan Samuelsson zurückgetreten

Der Vorstandsvorsitzende der MAN SE, Håkan Samuelsson, hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. Samuelsson wird die MAN SE auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen. Er wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich die MAN-Gruppe wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften und ihrer weiteren Unternehmensentwicklung widmen kann.

Håkan Samuelsson (Bild: MAN SE)

Samuelsson (Bild) sei zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens.

Zum kommissarischen Nachfolger von Håkan Samuelsson in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der MAN SE bestellte das Präsidium des Aufsichtsrats Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen. Er übernimmt die Funktion des Vorstandsvorsitzenden der MAN SE zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe als Vorsitzender des Vorstands der MAN Diesel SE.

IG Metall begrüßt Rücktritt

Die IG Metall begrüßte den Schritt von Håkan Samuelsson. Aus Sicht der IG Metall müssen Manager die politische Verantwortung für gravierendes Fehlverhalten oder Missstände in ihrem Zuständigkeitsbereich übernehmen und entsprechende Konsequenzen ziehen. Nur so wird eine nach innen und außen überzeugende Aufarbeitung von Fehlern ermöglicht und die Unternehmenskultur vor bleibenden Schäden bewahrt.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: "Bei einem Manager wie Herrn Samuelsson ist die politische Verantwortung im Gehalt inbegriffen. Mit dem Rücktritt wird nach der Korruptionsaffäre der Weg frei für einen unbelasteten Neuanfang."

Thomas Otto, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei MAN und beim Vorstand der IG Metall zuständig für das Ressort Unternehmensmitbestimmung: „Es ist jetzt unverzichtbar, dass der von MAN begonnen Prozess der Aufklärung der Korruptionsvorwürfe von Vorstand und Aufsichtsrat mit der bisherigen Intensität weitergeführt wird.“

Korruptionsverdacht

Im Mai dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft München im Zuge einer deutschlandweiten Aktion die Geschäftsräume der MAN AG, MAN Nutzfahrzeuge AG, MAN Truck & Bus Deutschland GmbH und 39 Niederlassungen der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH sowie die Privatwohnungen von drei Beschuldigten durchsucht. Es ging um fragwürdige Zahlungen in Millionenhöhe im In- und Ausland.

Direkt nach Bekanntwerden des Verdachts auf Korruptionshandlungen hat MAN eine interne Untersuchung eingeleitet und die Mitarbeiter aufgefordert, sich im Rahmen eines Amnestieprogrammes an der Aufklärung zu beteiligen. (siehe auch: in Verbindung stehende News)

Personelle Konsequenzen

Die aus den internen Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse hatten bereits vor dem Rücktritt Samuelssons zu mehreren personellen Konsequenzen geführt. Peter Erichreineke, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, hatte sich beurlauben lassen. Erichreineke war Vorstandsmitglied der MAN Nutzfahrzeuge AG, die als größte Konzernsparte etwa zwei Drittel des Jahresumsatzes erwirtschaftet. Außerdem wurde Sabine Drzisga, im Vorstand der MAN Nutzfahrzeuge AG zuständig für Controlling, Recht und Einkauf, im Oktober 2010 beurlaubt.

Håkan Samuelsson

Der 58-jährige ist in Motala (Schweden) geboren und hat am Royal Institute of Technology in Stockholm Maschinenbau studiert. Samuelsson war von 1977 bis 2000 bei Scania beschäftigt, dort hatte der verschiedene technische Leitungsfunktionen inne. Ab 1996 war er Mitglied des Vorstandes von Scania ehe er 2000 zu MAN wechselte. Dort wurde er sowohl Vorsitzender des Vorstands der MAN Nutzfahrzeuge AG, als auch Mitglied des Vorstands der MAN Aktiengesellschaft. Seit 1.1.2005 war Håkan Samuelsson Vorsitzender des Vorstands der MAN.

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