Die IG Metall hat die Warnstreiks in der Stahlindustrie noch einmal massiv ausgeweitet. "Jetzt haben die Arbeitgeber nur noch eine Chance. Morgen haben wir entweder das Finale oder die Ouvertüre“, sagte Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW vor der vielleicht entscheidende vierte Verhandlungsrunde morgen in Ratingen.
„Entweder ermöglichen die Arbeitgeber dann die Einigung auf einen fairen Tarifabschluss, oder sie bekommen Urabstimmung und Streik," kündigte Burkhard an.
Nachdem die Arbeitgeber lediglich eine Einkommenserhöhung von 3,5 Prozent für 16 Monate Laufzeit geboten hatten, beteiligten sich am Freitag fast 9 000 Beschäftigte an den Warnstreiks. Die Produktion kam in mehreren Bereichen vollständig zum Stillstand.
Am heutigen Montag waren es über 7 000 Stahlarbeiter, die sich den an Arbeitsniederlegungen in Bochum, Bremen, Dortmund und Remscheid beteiligten. Auch 200 Beschäftigte des Rohrwerks Maxhütte im bayrischen Sulzbach traten in einen einstündigen Ausstand. Der Betrieb ist durch einen Anerkennungstarifvertrag mit den anderen Tarifgebieten der westdeutschen Stahlindustrie verbunden.
Die Uhr tickt
„Langsam begreifen die Arbeitgeber, dass wir’s ernst meinen. Richtig bewusst ist es ihnen noch nicht. Sonst hätten sie uns kein Tarifangebot gemacht, dass in der Höhe viel zu niedrig, in der Laufzeit deutlich zu lang und damit in Gänze inakzeptabel ist. Also müssen wir ihnen auf die Sprünge helfen“ sagte Oliver Burkhard. Nachdem die erste Warnstreik-Welle schon ein „echter Knaller“ gewesen sei, kündigte er an, die IG Metall werde in der zweiten Warnstreik-Welle noch eine Schippe drauflegen.
In jeder Tarifrunde heißt es irgendwann: Der Worte sind genug gewechselt. Dieser Zeitpunkt ist in der Stahltarifrunde 2008 zum Greifen nahe: „Am 19. Februar wollen wir wissen, woran wir sind“, sagte Oliver Burkhard. Noch bestehe die Chance, am Verhandlungstisch eine faire Lösung zu finden. „Entweder sagen wir ja zu einem vernünftigen Ergebnis oder ja zu Urabstimmung und Streik.“




