(Pressedienst 50 / 2008) Wenige Stunden vor der wohl entscheidenden Verhandlungsrunde in Sindelfingen hat die IG Metall Bayern mit massiven Warnstreiks noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Bis 14.00 Uhr beteiligten sich mehr als 25.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus über 80 Betrieben an den Warnstreiks.
Nichts geht mehr in den Betrieben der Nürnberger Metall- und Elektroindustrie! Die Beschäftigten aus über 35 Betrieben haben heute eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie die Forderung der IG Metall nach einer Erhöhung der tariflichen Entgelte im Volumen von acht Prozent einschließlich einer sozialen Komponente und 75,- € für die Auszubildenden mit einer großen Warnstreikbeteiligung unterstützen. An der Kundgebung in Nürnberg nahmen ca. 7.000 Beschäftigte teil. Insgesamt sind in Nürnberg heute über 10.000 Beschäftigte im Warnstreik unter anderem von Conti Temic, Diel, Federal Mogul, Bosch, MAN Nutzfahrzeuge und Siemens.
Bei der Großkundgebung der IG Metall auf dem Willy Brandt Platz in Augsburg demonstrierten 8.000 Beschäftigte aus über 20 Betrieben für ihre Forderung nach 8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Insgesamt sind heute allein in der Region Augsburg 10.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Warnstreik, so viele, wie noch nie in Augsburg. In Augsburg trifft der Warnstreik der IG Metall unter anderem die Firmen manroland, MAN Diesel, MT Aerospace, Kannegiesser, Osram, Federal Mogul, EADS, Siemens und ABB.
1.500 Siemens-Beschäftigte trugen ihre Forderung direkt vor die Konzernzentrale am Wittelsbacherplatz in München.
Den Auftakt machten heute bereits um 6.00 Uhr 240 Beschäftigte des Autositzherstellers Faurecia in Geiselhöring, die für eineinhalb Stunden die Arbeit niederlegten. 250 Beschäftigte von Düker in Laufach waren für eine Stunde im Warnstreik, ebenso wie 400 Beschäftigte von Linde in Tacherting, 230 Beschäftigte bei Liebherr Verzahntechnik in Kempten und 120 Kolleginnen und Kollegen von Axima in Lindau, einem Hersteller von Kälteanlagen. 750 Mitarbeiter von WIKA, einem Hersteller von Druck- und Temperaturmesstechnik in Klingenberg legten ab 9.00 Uhr für drei Stunden die Arbeit nieder. Weitere Warnstreiks folgen heute Nachmittag und heute Abend. In Lohr legten 1.100 Beschäftigte der Firmen Rexroth Guss, BRC und Bosch Rexroth AG für drei Stunden die Arbeit nieder und beteiligten sich an der Kundgebung der IG Metall.
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Die Rekordbeteiligung an den Warnstreiks ist ein deutliches Zeichen der Entschlossenheit, es zeigt dass sich die Beschäftigten von den Einschüchterungsversuchen der Arbeitgeber nicht aufhalten lassen. Die Arbeitgeber sind jetzt gut beraten, ein anständiges Angebot vorzulegen. Wir wollen keinen Krawall, aber wenn es nicht anders geht, sind wir auf eine weitere Eskalation gut vorbereitet. Die Planung für Urabstimmung und einen möglichen Streik steht.“
Massive Warnstreiks auch am Mittwoch, den 12.11.
Auch am Mittwoch, den 12.11. wird die IG Metall Bayern ihre massiven Warnstreiks fortsetzen und rechnet für diesen Tag erneut mit ca. 20.000 Beteiligten. Zu Warnstreiks kommt es am Mittwoch unter anderem bei BMW und in Betriebe in den Regionen Donauwörth (Kundgebung 10:00 vor dem Kolpinghaus) und Bad Neustadt (Kundgebung 13.30 Uhr Markplatz Bad Neustadt).
Am Mittwoch berät die Tarifkommission der IG Metall Bayern bei ihrer Sitzung in Günzburg ab 12.00 Uhr die Konsequenzen aus den Verhandlungen in Sindelfingen für das weitere Vorgehen in Bayern.
Sollten die Verhandlungen scheitern, wird der Vorstand der IG Metall am Mittwochabend über die Festlegung der Tarifgebiete für Urabstimmung und Streik entscheiden.



